Asher Levitas - Lit Harness

Gemütsflutung im Wachanfall

Bereits die Cover-Gestaltung verrät die Herkunft: Asher Levitas ist Mitglied der in Fachkreisen hoch gehandelten Old Apperatus aus London. Auf seinem ersten Solo-Album verarbeitet er seine Erfahrungen mit Schlafparalyse und Wachanfällen, entwirft dabei zugleich Refugien belebter Ruhe inmitten einer von Chaos determinierten Umwelt. Unterstützt von Marina Elderton (Kull) offeriert Asher Levitas mit Lit Harness (Planet Mu) ein auf einnehmende Art vollmundiges Werk, das beinahe schon betont locker zwischen Licht und Finsternis oszilliert.

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Asher Levitas: "Lit Harness" (Planet Mu)

Asher Levitas: „Lit Harness“ (Planet Mu)

So belegt auch dieses Album die Richtigkeit der Feststellung, dass sich allein im Wandel das Konstante zeigt. Das einseitig Monolithische, wie es etwas zu oft und gerne Eingang in die weite Welt des vom Industrial beeinflussten Ambient nimmt, bleibt auf Lit Harness weitestgehend aus. Nach dem Motto „Abwechslung ist Trumpf, Wechselbäder sind gesund“ schlägt das Album so seine Haken, ohne dabei auf den latent enthaltenen Wohlfühlfaktor zu sehr auf Distanz zu gehen.

Selbst wenn es hier und da doch einmal bedrohlich, zerrend oder fies zu werden droht, ist der nächste Moment eines apostrophierten Idylls nicht weit (Sheathe!). Dabei entstehen Hallräume aus offen strukturierter Klangarchitektur, das Tageslicht – mehr sanft denn stechend – flutet das Gemüt. Dass Asher Levitas die hierzu geeigneten transluzenten Texturen aufbereitet, ohne sie zu überfrachten und somit wieder in die Unkenntlichkeit zu überführen, gehört zu den großen Vorzügen eines Albums, das sich trotz seiner Weigerung, vertraute Schemata zu zitieren, wohlig anfühlt. Wie ein Instant-Zuhause auf Zeit.

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planet.mu

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