Lawrence English - Approaching Nothing

Lebensfülle nahe dem Nichts

1967 reiste Luc Ferrari nach Vela Luka auf der (heute kroatischen) Insel Korcula, um dort die grundlegenden Field Recordings für eines seiner wichtigsten Werke, Presque Rien #1, einzufangen. Knapp ein halbes Jahrhundert später sucht auch Lawrence English, einer der wirkmächtigsten Experimentalmusiker unserer Zeit, Vela Luka auf, um Luc Ferraris Erfahrung nachzuempfinden und die eigene Erfahrung im Sinne einer relationalen Hörerfahrung zu teilen. Approaching Nothing (Baskaru) eröffnet eine halbstündige Erfahrung, die sich auf höchste akustische Sensibilität versteht und dennoch auf Gelassenheit beruht.

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Lawrence English: "Approaching Nothing" (Baskaru)

Lawrence English: „Approaching Nothing“ (Baskaru)

Was auch immer den Australier neben der apostrophierten Nähe zu Luc Ferrari dazu bewogen haben mag, Vela Luka aufzusuchen: Er wird es nicht bereut haben. Anders ist auch kaum die Sorgfalt zu erklären, mit der Approaching Nothing den mikrokosmischen Fundus zu einer Art akustischen 360-Grad-Erfahrung strukturiert. Klanglich auf ausgezeichnetem Niveau veranschlagt, gelingt Lawrence English das Souvenir im Modus des Zeitversatzes.

Ob es sich nun um 1967 oder 2013 (aus diesem Jahr stammen die Aufnahmen) handelt, ist allein an der Qualität der Mikrophonie festzumachen. So wird nicht zuletzt exemplifiziert, was Lawrence English meint, wenn er von relationalem Zuhören spricht. Die Entbindung von der Dringlichkeit eines Zeitbezugs eröffnet immer wieder neue Einfallswinkel, selbst wenn die Daten im Anhang – Brunhild Meyer-Ferrari, die Witwe des 2005 verstorbenen Luc Ferrari verfasste für Approaching Nothing eine Grußnote – performativ wirksam werden.

lawrenceenglish.com
baskaru.com
soundcloud.com/baskaru/lawrence-english-approaching-nothing-excerpt

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