James Batty - Sanctuary (Overtones and Deviations)

Verkehrte Welt

James Batty, ein Londoner Musiker, der bereits für die BBC Singers komponierte, hat mit Sanctuary (Overtones and Deviations) (Frozen Lights/Zero Moon) sein erstes Album unter eigenem Namen vorgelegt. Als erklärter Elektroakustiker mit einem nichtsdestotrotz ausgeprägtem Faible für das klangliche Universum des Pianos legt er Köder aus, die zu einer frappierend plausiblen Einsicht führen. Einer Einsicht, aus der hervorgeht, wie die argumentative Verve des formal Falschen normative Kräfte aufweichen kann.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

James Batty: "Sanctuary (Overtones and Deviations)" (CD - lim. 200: Frozen Lights;  DL: Zero Moon)

James Batty: „Sanctuary (Overtones and Deviations)“ (CD – lim. 300: Frozen Lights; DL: Zero Moon)

Hier stimmt doch was nicht?! Nein, auf Sanctuary (Overtones and Deviations) „stimmt“ so gut wie gar nichts. Das zentrale Piano ist stark präpariert, die arrondierten Synthies gegen den Strich gekämmt, Obertöne eingepflegt, sämtliche weiteren Klangerzeuger – Gitarren, Geigen, Klarinetten und noch so manches mehr – absichtlich verstimmt. Ja, das übliche System westlicher Musikarchitektur boykottiert James Batty aus Überzeugung. Und destilliert dennoch ein Festival unerhörter Zugänglichkeit.

Die immersive Kraft der elf Kompositionen verdankt sich einer trickreichen Rückführung auf das gelernte Ohr. Indem James Batty sämtliche Verstimmungen einer konzertanten Kontrolle überführt, überlagert der kompositorische Wille stets jenes althergebrachte Veto, das nicht sein kann, was nicht sein darf oder soll. Kurzum: Der Wahnsinn hat Methode. Und die Welt ist um eine zuvor unentdeckt gebliebene Musik reicher. Kann man von einem jungen Komponisten, geschweige denn von einem Album, mehr verlangen?

jamesbatty.com
facebook.com/jamesbattymusic
zeromoon.bandcamp.com
frzl.ru

dense.de

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!