Beyond Obsession (Stephan Wolf)
Beyond Obsession (Stephan Wolf)

Und es wird besser. Es ist Sonntag, Beyond Obsession eröffnen mit einem Set, das sich gewaschen hat: „Never turn your back on mother earth“ – plötzlich übernehmen Ron, Russell und Martin L. Gore die gefühlte Schirmherrschaft über die ganze Angelegenheit. Und dann geht es Schlag auf Schlag, derweil der Sommer Anspruch auf Dominanz anmeldet. Die Atmosphäre wird stimmig, lädt sich auf, mehr als nur ein Hauch von WGT senkt sich auf die nunmehr durchweg freudig Partizipierenden. Auch weil man sich nicht dreiteilen kann. Gedreiteilt zu werden bleibt indes was anderes.

Während also auf der Main Stage Unzucht (immens viel dazu gelernt), Solar Fake (sichere Bank mit einem überzeugend überzeugten Sven Friedrich) und Suicide Commando (erstaunlich massenkompatibel) ihren Stiefel mit links durchziehen, ereignen sich im Theater orgiastische Fakten: Mantus ergreifen mit ihren Fleisch gewordenen Spieluhr-Melodien sämtliche Herzen, es ist ein Meer aus Schweiß und Tränen. The Beauty Of Gemina halten mit etwas mehr Kunstferigkeit dagegen, bevor Ost+Front – endlich – für Spaß ohne Reue sorgen. Auch wenn die Stimmungsband um Hermann, der im Theater plötzlich nahbar und somit auch „menschlich“ wird, bis auf ihre Smetana-Adaption (Moldau), ihren Tex Mex (Fiesta de Sexo) und den neuen Signature-Song (Sternenkinder) noch nichts von ihren brillanten Drittalbum Ultra zum Allerwertesten gibt. Schade, aber auch so was von egal. (War ein Witz, fürwahr, der Autor hätte halt gerne noch Krüppel und Fick dich gehört).

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