W W W I N G S - Phoenixxx

Post-Sowjetische Turbinentechnologie

Die drei Basismitglieder von W W W I N G S, Lit Internet, Lit Eyne und Lit Daw, verbindet ihre Herkunft im Sinne des vergangenen Sowjetreichs (Kamchatka, Sibirien und Ukraine) sowie das Networking auf russischsprachigen Plattformen. Auf Phoenixx (Planet Mu) kollaborieren sie mit elf weiteren Künstlern des pan-russischen Untergrunds, und lassen ihr gemeinsames Album nach Herzenslust und Stück für Stück kollabieren. Dark Electro, Techno, Noise kulminieren dabei im flotten Zug der Unberechenbarkeit zu einem letztlich kohärenten Stück kratzbürstiger Aufmüpfigkeit ohne Rücksicht auf optimistisches Schwächeln.

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W W W I N G S: "Phoenixxx" (Planet Mu)

W W W I N G S: „Phoenixxx“ (Planet Mu)

Die per se desolate Stimmung reibt sich an der Wechselhaftigkeit ihrer Interpretation. Gerne wird bedrohlich Anmutendes aufgefahren, der Effekt einer anschwellenden Turbine zum Endzeitindikator stilisiert. Was da weiterhin schwirrt, bleept oder pumpt, bleibt Marginalie im Mahlstrom eines als spät-jugendlich zu deutenden Entsetzens angesichts sämtlicher Lebensumstände, die das eigene Schaffen befruchten, indem sie dazu neigen, es zu (zer-)stören (die Beteiligten sind zwischen 18 und 25 Jahre alt und haben so manch Aufbruchstimmung schon nicht mehr miterlebt).

Das vereinzelte Betonen einer generellen Inselbegabung für schmissig simpel gehaltene Sound-Plateaus senkt die Stimmung, macht das erklärte Chaos jedoch durchweg leichter konsumierbar. Und spricht das Kollektiv vom Vorwurf eines zu gewollten Abstraktionswillens frei, dem es vermutlich doch noch nicht gewachsen ist. Im Detail beflissen unausgegoren, erschließt sich die Network-basierte Herangehensweise in der Albumtotale. Bei entsprechend hoch dosierter Lautstärke.

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