Motion Graphics - Motion Graphics

Nur im Grundsatz heiter

In Fachkreisen kein Unbekannter: Joe Williams. Der überwiegend in New York tätige Produzent und Soundtüftler trat bislang u. a. als White Williams, als Sidekick von Matt Papich (Co La) oder als Ensemblemitglied von Lifted in Erscheinung. Als Motion Graphics veröffentlicht er morgen ein autonomes Album in Eigenregie (Domino Records/GoodToGo), das zuallererst Erinnerungen an die Klangsprache des Yellow Magic Orchestras weckt. Inwiefern dennoch Tagesaktualität durchscheint, klärt sich erst bei genauerer Betrachtung.

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Motion Graphics: "Motion Graphics" (Domino Records/GoodToGo)

Motion Graphics: „Motion Graphics“ (Domino Records/GoodToGo)

Dabei wird dann doch recht schnell und überzeugend klar, dass sich Joe Williams gerne als ein Meister der Manipulation schimpfen lässt. Das ständige Unterwandern der zum Einsatz gebrachten Software, das mutwillige Verschieben der technisch festgeschriebenen Parameter, führt bei Motion Graphics von einer Verblüffung zur nächsten. Das mag im Grundsatz heiter stimmen, doch so ganz ist dem Braten nicht zu trauen.

Sein erklärtes Ziel, Musik für die Zeit zu machen, in der wir leben, erlangt Joe Willians nicht zuletzt anhand eines diffus mitschwingenden Restzweifels an der Glaubwürdigkeit des Elaborierten. Entsprächen die Tracks tatsächlich dem, was die (menschliche) Existenz anno 2016 ausmacht, bedingt und leitet, könnte man es sich im Sinne einer gelinkten und somit überwundenen Post-Moderne bequem machen. Doch sobald die Technologie in subtile Fahrwasser gerät, bleibt die Generalmisere intakt, von der Motion Graphics beinahe nur halbherzig abzulenken versteht.

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