Der in Ermangelung offensiver Präsenz lancierten Selbstbeweihräucherung wird der „scheue“ Künstler Zomby auf Ultra (Hyperdub) insofern gerecht, als dass er alles richtig und falsch zugleich macht. Sein Entwurf kratzt an der Lächerlichkeit, bedient er sich doch Sounds, wie sie schon vor vielen Jahren als ausgelutscht, billig und somit obsolet galten. Banshee, Burial oder die großartigen Darkstar greifen ihm zwar unter die Schultern, doch der Kopf, der auf selbigen zu sitzen hat, verweigert sich dem uneingeschränkten Beifall.

Zomby: "Ultra" (Hyperdub)
Zomby: „Ultra“ (Hyperdub)

Die Eröffnung (Reflection/Burst) erscheint, als wolle sich ein an Missachtung geschulter Nerd an all dem rächen, was ihn zur Distanz zum schnöden Schein der Gebrauchsmusik sowie zum Dauerkonsum von Scheiblettenkäse treibt. Im Zusammenhang mit illusteren Kollegen öffnet er sich, und wird noch banaler, brutaler und widerwärtiger. Zomby schraubt an Billigsounds, das es eine Art hat. Wer jetzt noch was von Kunst schwafelt, hat den Schuss wohl nicht gehört.

Zomby versteckt sich unter der Bedienung von Erwartungen, die sein öffentliches Wesen schürt. Die Zynismen, die er somit auf Ultra verpackt, unterminieren, wo er nur kann. Die Attitüde einer nur allzu clever gestreuten ars povera muss zudem jeden beleidigen, der ernsthaft an Reglern rummacht, um dem Ganzen Sinn abzuringen. So schwingt vor allem die Angst mit, letztlich doch missverstanden zu werden.

Der ins Metaphysische gehypte Simplizismus des Herrn Zomby offenbart Eingeständnisse, denen sich nicht wenige Zeitgenossen vielleicht erst am Ende einer sinnentleerten Techno-Partynacht zu stellen wagen. Die Antwort weiß nur der Wind. Und nicht zuletzt lieferten Ultravox und Depeche Mode unter dem Namen Ultra auch eines ihrer jeweils stärksten Alben ab. Aber lassen wir das.

hyperdub.net
dense.de

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