Matthias Arfmann presents Ballet Jeunesse

Spaß mit Klassik

Mit rund 150 Veröffentlichungen als Musiker und Produzent geht der Hamburger Matthias Arfmann (Kastrierte Philosophen, Absolute Beginner) am Freitag mit eines seiner bis dato vermeintlich ambitioniertesten Projekte an den Start. „Ballet Jeunesse“ (Decca/Universal) versammelt dreizehn Meisterwerke der klassischen Gebrauchsmusik – vom Nussknacker über Schwanensee bis hin zu Peter und der Wolf – in sowohl zeitgemäßen wie gültigen Versionen, die zudem noch von vier Remixen ergänzt werden, an denen u. a. Jan Delay, Schorsch Kamerum, Kele Okereke (Bloc Party) oder KRS One beteiligt sind.

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Matthias Arfmann: "presents Ballet Jeunesse" (Decca/Universal)

Matthias Arfmann: „presents Ballet Jeunesse“ (Decca/Universal)

Es ist das Ergebnis von insgesamt sieben Jahren Arbeit. Er wolle, so Matthias Arfmann, dass „junge Leute über unsere Bearbeitungen die Originale zum ersten Male für sich entdecken.“ Und somit den Versäumnissen des schulischen Musikunterrichts entgegen wirken, möchte man ergänzen. Ein hehres Anliegen, das sich womöglich nicht erlangen lässt, erweckt das Album – angefangen beim sinnigen Artwork – doch eher den Eindruck, als ob es sich an eine Klientel richtet, die es nicht aufzuklären gilt.

Zugegeben, die Idee, alte Standards in „modernem Gewand“ aufzubereiten, ist nun wirklich nicht originell. Doch die Umsetzung überzeugt mit luftig transparenten Interpretationen, die unweigerlich mitsummen lassen und – unabhängig vom Grad des ursächlich dramatisch Gedachten – eine durchweg aufgeräumte Stimmung verbreiten. Das Deutsche Filmorchester Babelsberg (Dirigent: Bernd Ruf) versteht sich nun einmal auf die glaubwürdige Verquickung des Ernsten und Schweren mit jener sensibel dosierten Leichtigkeit, die zuletzt etwa das vollendet gelungene Resonance – Music For Orchestra Vol. 1 mit VNV Nation auszeichnete.

Sicher klingt der Aufgriff etwa von Sergei Sergejewitsch Prokofjews berühmtester Ballett-Passage aus Romeo und Julia bei Blood Axis (Reign I Forever) in einem angemessenen Sinne staatstragend. Sporadisch wirkt Ballet Jeunesse tatsächlich als etwas zu leicht befunden, was angesichts der Partizipation von dezidierten Charts-Popmusikern (siehe oben) auch nicht zu verwundern hat. Aber dafür erweckt das Album auch bei Weitem nicht den Eindruck, vor lauter Respekt zu verkrampfen. Insgesamt also eine erfrischende Angelegenheit, die uneingeschränkt vor allem eines macht: Spaß.

Live-Aufführung im Rahmen des Reeperbahn Festivals am 21. September.

matthias-arfmann.de
facebook.com/matthiasarfmann

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