Sven Helbig - I Eat The Sun And Drink The Rain

Zuversicht als Trost der Existenz

Am Freitag erscheinen mit I Eat The Sun And Drink The Rain (Neue Meister/Berlin Classics) zehn Stücke für Chor und Electronics aus der Feder des aus Eisenhüttenstadt stammenden Sven Helbig. Dabei setzt der Komponist eine musikalische Sprache fort, die er 2013 mit seinen Pocket Symphonies erstmals formulierte. Eine zwischen den Metiers der Neuen Klassik und der angewandten Elektronik vermittelnde und originär barrierefreie Sprache, mit deren Intonation die gewonnene Schaffensfreiheit wiederum verbindliche Formen annimmt, die zwischen Kontemplation und Erhabenheit sinnstiftend oszillieren.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Sven Helbig: "I Eat The Sun And Drink The Rain" (Neue Meister/Berlin Classics)

Sven Helbig: „I Eat The Sun And Drink The Rain“ (Neue Meister/Berlin Classics)

Vom Vocalconsort Berlin unter der Leitung von Kristjan Järvi eingesungen, lassen die zehn Titel des Albums eine Aura der Zuversicht entstehen, die sicher nicht zuletzt von der Nähe zu sakraler Chormusik zehrt. Arvo Pärt liegt nahe, doch Sven Helbig ergeht sich nicht in der Wirkung der Wiederholung. Sein Angebot zur Versenkung erscheint mitunter von zuvor frei florierenden Eingebungen abgeleitet zu sein. Vorbehalte gegenüber einer eng getakteten Preisgabe seiner Ideen scheint Sven Helbig – Mitbegründer der Dresdner Sinfoniker – kaum zu kennen.

Auf der textlichen Ebene setzt sich Sven Helbig mit den großen Fragen der (modernen) menschlichen Existenz auseinander: Wie kann es unter den gegebenen Umständen weitergehen? Auch ein Kyrie sowie ein Agnus Dei sind eingebunden, ferner das Poem L’Infinito des großen italienischen Melancholikers Giacomo Leopardi.

Sven Helbig (Claudia Weingart)

Sven Helbig (Claudia Weingart)

Mit diesem simultan klassisch wie modern anmutenden Chorwerk gedenkt Sven Helbig auf Tournee zu gehen. Dabei soll auch dem optische Erleben – anhand von Projektionen (Máni Sigfussen) und Kostümen (Esther Perbandt) – Rechnung getragen werden. I Eat The Sun And Drink The Rain eröffnet dem Hörer aber bereits im Vollzug der angemessen transparent gehaltenen Produktion Bilder und Räume, die animativ wirksam werden und – je nach Gemütslage – Aufmunterung oder Beruhigung vermitteln. Wenn nicht gar Trost spenden.

15./16./17.09. Potsdam (Waschhaus) – Pocket Symphonies

23.09. Hamburg (Reeperbahn Festival)
21.10. Weimar (Deutsches Nationaltheater)
04.11. Dresden (Alter Schlachthof)
10.11. Berlin (Volksbühne)

svenhelbig.com
facebook.com/SvenHelbig.Composer

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!