Assemblage 23 - Endure / Mesh - Looking Skyward

Herbstmeister der Herzen

Mit Assemblage 23 und Mesh melden sich dieser Tage zwei bewährte Spitzenkräfte des angedunkelt melodiösen Electropop zurück. Während Tom Shear aus Seattle auf Endure (Metropolis Records/Soulfood) bei allem Hang zur plakativen Songidee auch auf verhaltene Tonalitäten setzt, ziehen Mark Hockings und Richard Silverthorn aus Bristol auf Looking Skyward (Dependent/Alive) sämtliche Register, die voran preschendes Genrefutter so benötigt, um Begehrlichkeiten zu befrieden. Auf der Gewinnerseite stehen beide Formationen.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Assemblage 23: "Endure" (Metropolis Records/Soulfood)

Assemblage 23: „Endure“ (Metropolis Records/Soulfood)

Assemblage 23 wurde gerne in die Epigonenrolle gedrängt. Im Laufe der Jahre und Veröffentlichungen traten jedoch die künstlerisch relevanten Abweichungen zwischen Ronan Harris (VNV Nation) und Tom Shear immer deutlicher zutage. Auf Endure ist es vor allem der grundlegend neu arrangierte Gesang, der den Unterschied macht. Aber auch ohne auf den Szene-Primus VNV zu rekurrieren, erweckt das zehnte Album des Herrn Shear den Eindruck, als habe sich da jemand ganz und gar auf seine ureigenen Stärken konzentriert.

Intensiver als zuvor schwingt eine melancholische, wenn nicht gar resignative Note mit, eine bittersüße Leichtigkeit, die das grundlegend Gefällige angemessen dezent veredelt. Selbst wenn Tom Shear pflichtgemäß auf den dunklen Dancefloor schielt, entzieht er sich elegant jeglicher Versuchung zur Kraftmeierei. So eignet sich Endure auch hervorragend zum Genuss in heimischen Wänden oder während eines Spaziergangs durchs bunte Laub. Memento mori.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!