Phia im Blue Shell

Zeichen und Wunder

Sie habe Heimweh, gesteht die aus Melbourne stammende Songwriterin. „Ich genieße den Moment. Aber dieser Genuss stellt keinen Grund dar, mich nicht nach der Umgebung zu sehnen, die mich geprägt hat.“ Phia weiß, dass sie des öfteren nur allzu gerne mit skandinavischen Kolleginnen in einen Topf geworfen wird. „Lykke Li mag ich auch. Und wenn man mich mit Björk vergleicht, ist dies eine Ehre. So es mir jedoch gelingt, eine gewisse Distanz zu wahren, täte dies meinem Ego sicherlich keinen Abbruch“, lacht sie im Vorfeld ihres Gigs im Blue Shell zu Köln.

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Phia im Blue Shell (Stephan Wolf)

Phia im Blue Shell (Stephan Wolf)

Rund sechzig zahlende Gäste wollen es wissen: Was hat es mit dem australischen Fräuleinwunder auf sich? Mit jenem mittleren Wunder, das auf seinem Debütalbum The Ocean Of Everything Trauer in Freude und umgekehrt zu kleiden und zu kredenzen weiß. Nun, die Souveränität des Albums entgleitet ihr – zunächst – auf der Clubbühne. Sogar stimmlich droht sie zu straucheln, da keine Routine vorliegt. Ihre zweiköpfige Begleitung müht sich nach Kräften, doch so ganz finden sie nicht zusammen.

Es offenbart sich der Anspruch, den die ausgebildete Pianistin Phia im Schilde führt. Was gefällig anmutet, ist noch längst nicht simpel oder entsprechend „einfach“ reproduzierbar. Ihre Songs verfügen über Tücken, die sich nicht anhand zweier Proben schließen lassen. Und doch erliegen die Anwesenden ihrem Charme, ihrem Willen zum Anderssein – und die Band zieht mit.

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