Neurosis - Fires Within Fires

Stilechte Stagnation plus X

Das elfte Album der Post Metal/Sludge Institution aus Oakland – Fires Within Fires (Neurot/Cargo) – ist mit seinen 40 Minuten Laufzeit das mit Abstand kürzeste der letzten beiden einer seit insgesamt drei Jahrzehnten währenden Band-Historie. Und der Nachfolger des – zu Unrecht – ungeliebten Honor Found In Decay. Doch wie man es auch betrachtet: Das neue Manifest aus Wut, Frust und Verzweiflung der Herren Steve Von Till, Scott Kelly und Co. schließt nahtlos bei den hauseigenen Trademarks an. Und gestattet sich im letzten Drittel sogar einen Anflug von Überraschung.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Neurosis: "Fires Within Fires" (Neurot/Cargo)

Neurosis: „Fires Within Fires“ (Neurot/Cargo)

Die ersten drei Tracks Bending Light, A Shadow Memory und Fire Is In The End Lesson bieten Neurosis in Reinkultur. Auch wenn der letztgenannte Titel mit einer betont akzelerierten Gangart aufwartet. Solide, fokussiert und unnachahmlich schürfend erweist sich Fires Within Fires als eine (allzu?) sichere Bank, die von Neurosis spätestens seit Given To The Rising souverän blockiert wird. Was will man mehr? Für den Fan kein Desiderat.

Broken Ground knüpft – dann also doch überraschenderweise – bei dem ruhigen The Eye Of Every Strom (2004) an. Beziehungsweise bei den Solo-Werken des Steve Van Till. Wären da nicht die kontextuell besonders heftig wirksamen Sludge-Eruptionen, die Broken Ground zu einem Intensiv-Erlebnis par excellence machen. Ähnlich funktioniert auch der zehnminütige Rausschmeißer Reach, wenngleich dort Ruhe und Sturm – analog zur Redewendung – strikt voneinander getrennt bleiben.

Dass sich über Fires Within Fires nur schwerlich mehr raisonnieren lässt, ist mehr Qualitätsnachweis als Kritik im Sinne eines Publikums, das nach Innovation verlangt, derweil es ihm schlicht an Durchhaltevermögen mangelt.

neurosis.com
facebook.com/officialneurosis

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!