Wallis Bird - Home

Wo das Herz ist

Berlin ist immer eine Reise wert. Um den Wunsch, dort auch leben zu wollen, weiter zu befeuern, bedarf es vielleicht – dann doch – noch einer zusätzlichen Motivation. Wie etwa die der Liebe zu einer Person, die an der Spree bereits eine Heimat gefunden hat. Hiervon, und noch von so einigem mehr, handelt Home (Mount Silver Records/Caroline International/Universal), das fünfte Studioalbum der Irin Wallis Bird.

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Wallis Bird: "Home" (Mount Silver Records/Caroline International/Universal)

Wallis Bird: „Home“ (Mount Silver Records/Caroline International/Universal)

Doch Berlin und Liebesbeziehung (sie heißt Tracey) hin und/oder her: Auch Home becirct – wie gehabt – mit zweierlei: Mal mit der bekanntermaßen rauen, mal mit einer inszeniert zerbrechlichen Stimme. Sowie mit stilistischen Freiheiten, die sich Wallis Bird unbefangen herausnimmt. Und sogar noch um das Ablegen jeglicher Befremdung gegenüber elektronischen Klangerzeugern erweitert. Nicht ganz unschuldig daran dürfte Marcus Wüst (Get Well Soon) sein, der das Album mitproduzierte.

Zwischen Eva Cassidy, Alanis Morissette, Feist und Fink (Friedrichshain lässt grüßen) mag man Wallis Bird ansatzweise verorten. Und muss doch scheitern, zu sehr ist sie bei sich selbst. Den Ort ihrer musikalischen Bestimmung variiert sie nach wie vor nach Lust, Laune und Vermittlungsgabe. Auch wenn sie die Heimat – dort, wo bekanntlich das Herz ist – vorerst gefunden zu haben postuliert. Das schafft eine neue Qualität der Intimität, wenngleich die gebotenen Einblicke ins Private nicht unbedingt der Verifizierbarkeit standhalten müssen.

Schließlich ist auch eine dem Folk entwachsene Musikerin wie Wallis Bird Teil des Showbiz. Ein zwölfstündiges (!!!) Konzert wie vergangenen Januar im Berliner Auster Club gehören für sie dazu. Anfang 2017 steht eine Welttournee (Europa, Japan, Australien) an. Der Appell ergeht ans Durchhaltevermögen. Und Grüße an die Heimat.

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