Kapelle Petra (Kapelle Petra/Skycap Records)
Kapelle Petra (Kapelle Petra/Skycap Records)

amusio: „Ist denn das Touren dem Schreiben von neuen Liedern zuträglich? Oder verfolgt ihr da eine strikte Trennung?“

Ficken Schmidt: „Unsere Songs entspringen meistens der Alltagsbeobachtung. Und auf Tour herrschen die besten Voraussetzungen, um sich inspirieren zu lassen und Ideen zu sammeln. Um diese Ideen jedoch auf den Punkt zu bringen, erscheint die Zeit nach den Touren, wenn sich die Live-Euphorie etwas gelegt hat, besser geeignet.“

amusio: „Also wird die sprachliche Fixierung durch die innere Distanz begünstigt. Aber kommt es nicht auch schon mal vor, dass Textzeilen vom Moment ihrer spontanen Entstehung an fix bleiben?“

Ficken Schmidt: „Das kommt tatsächlich vor. Aber um zu brauchbaren, ja richtig guten Ergebnissen zu gelangen, ist es schon wichtig, erst einmal alles sacken zu lassen. Wenn dann etwas so bleibt, wie schon im Moment seiner ersten Entstehung, dann gibt es auch keinen Grund, es auf Teufel komm raus dennoch zu modifizieren.“

amusio: „Von der schreibenden Zunft werdet ihr gerne in die Comedy-Ecke gedrängt. Stört dich das? Oder bist du damit einverstanden?“

Ficken Schmidt: „Was heißt schon einverstanden?! Wer uns mal live erlebt hat, wird unser Selbstverständnis als humoristisch veranlagte Musiker wohl eher bestätigen wollen. Die Einschätzung der Musik-Redakteure mag auf Geburtstag zurückgehen. Dieser Titel ist Segen und Fluch zugleich. Es ist schön, dass die Leute sich diesem Song immer wieder freudig annehmen, doch ist es zugleich schon schade, wenn man in der Außenwahrnehmung auf einen Song reduziert wird.“

amusio: „Vielleicht besteht das Credibility-Problem allein schon aufgrund eures Namens?“

Ficken Schmidt: „Absolut. Aber ich befürworte dieses vermeintliche Problem, mit ihm bin ich total einverstanden. Ich empfinde es als Auszeichnung. Denn es zeugt von einer gewissen Irritation, die Kapelle Petra auslöst. Als der Name entstand, konnten wir noch nicht mal ein Instrument spielen. Inzwischen können wir von einer gewachsenen Angelegenheit ausgehen, die sich der schleichenden Veränderung nicht verwehrt, was zu neuen Irritationen zu führen vermag. So haben wir etwa den Aspekt der Verkleidungen stark zurückgefahren. Aber das hat sich mit der Zeit einfach so ergeben und unterlag keinen taktischen Erwägungen.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert