Matt Christensen - Honeymoons

Vesus Zystitis

Flitterwochen ohne anschließende Blasenentzündung – der ansonsten im Bandformat mit Zelienople tätige Matt Christensen aus Chicago macht’s möglich. Denn seine Honeymoons (Miasmah/Morr Music) verstehen sich auf unnahbar schwebende Sphären und denkbar weit entrückte Flächen, die an die besten, da intimsten Momente von The Durutti Column oder Robin Guthrie rühren. Wenn er noch einen tiefenentspannten Mark Kozelek hinzu bettet, bedarf es keinerlei weiteren Austausch mehr, um die Sinne zu befrieden.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Matt Christensen: "Honeymoons" (Miasmah/Morr Music)

Matt Christensen: „Honeymoons“ (Miasmah/Morr Music)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich mit einfachen Mitteln einem sanft ermatteten Gemüt fahle Blicke und stille Seufzer entlocken lassen. Matt Christensen erweist sich auf seinem ersten Album für Miasmah als geradezu übertalentiert, wenn es gilt, an entsprechend desillusionierte Hoffnungen zu appellieren.

In Schlieren verzieren affektierte Gitarrenklänge den Andachtsraum, behutsam gestreute Beats bewahren die Szenerie vor der totalen Stagnation. Dass der vokale Vortrag seine Spannung aus der Unentschiedenheit bezieht, ob er nun die resignative oder die indifferente Variante bevorzugen soll, wird unmittelbar evident. So erwächst mit jedem der bis zu knapp zehnminütigen Tracks ein Sinnbild, dessen erfolgreiche Entschlüsselung nicht zuletzt von den sensiblen Kapazitäten des Hörers in Abhängigkeit gerät. Womit wir wieder bei jener Primärverfassung wären, die sich den Honeymoons für gewöhnlich anschließt.

facebook.com/matt.christensen.754
mattchristensensolo.bandcamp.com
facebook.com/zelienopleofficial
miasmah.com

dense.de

 

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!