Black Table - Obelisk

Vertagte Erlösung

Nach dem noch etwas zerfahren wirkenden Debüt Sentinel bündeln die in NYC beheimateten Neo Black Metaller um Sängerin/Gitarristin Mers Sumida auf ihrem Nachfolger Obelisk (Moment Of Collapse/Broken Silence, ab Freitag) sämtliche Kräfte, um fortan mit einem uneingeschränkt prächtig gelungenen Zweitwerk durch die Gegenden ziehen zu können, das konzeptionelle Geschlossenheit ausstrahlt, stilistische Freiheiten genießt und tiefschürfende Atmosphären heraufbeschwört: Von Schmerz getrieben und vom Erlösungsgedanken beseelt.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Black Table: "Obelisk" (Moment Of Collapse/Broken Silence)

Black Table: „Obelisk“ (Moment Of Collapse/Broken Silence)

Neben dem Kernautorenteam Mers Sumida und Ryan Fleming zeichnen sich der von Downfall Of Gaia (und zuvor von The Number Twelve Looks Like You) bekannte Michael Kadnar sowie DJ Scully an der Position des Tieftöners für das Gelingen von Obelisk verantwortlich. Letztgenannter ersetzte zwischenzeitlich Matt Mellon. Ferner glänzt die Crew der Albumproduktion mit wohlgelittenen Namen: Billy Anderson (Melvins, Neurosis, Leviathan) nebst der Band selbst in den The Dillinger Escape Plan Backroom Studios, anschließend Colin Marston (Agalloch, Krallice) für Mix und Mastering. Bereits anhand dieses Personals deutet sich an, dass Black Table ernsthafte Absichten verfolgen. Und sich nicht mit einer möglichst raschen Erzeugung von kurzlebigen Lärm-Standards zufrieden geben.

Kunstanspruch hin oder her, doch Obelisk erinnert nicht zuletzt hinsichtlich seiner formalen Strenge an Celeste aus Lyon, die an ihrem intellektuell-artifiziellen Überbau keine Zweifel aufkommen lassen. Die eingehende Auseinandersetzung mit mythologischen Themen, die Mers Sumida während des Songwritings betrieb, schlägt sich im vielschichtigen Aufbau der Tracks nieder, der nur vereinzelt Eindeutigkeiten erkennen lässt, um sie anschließend wieder zu verwerfen. Es sind Momente, in denen die Kompositionen ins Stocken zu geraten drohen, um dann doch wieder in dynamische Gefilde überführt zu werden – wie stumme Gottheiten, die sich ab und an doch mal zu einem Lebenszeichen hinreißen lassen (und mögen diese selbst für die Gläubigen eher unangenehmer Natur sein).

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!