Xiu Xiu - Plays The Music Of Twin Peaks

Modifizierte Kirschkuchenrezeptur

Zum diesjährigen Record Story Day bereits auf Vinyl erschienen, gibt es via Bella Union/[PIAS]Coop/Rough Trade die Xiu Xiu-Interpretation des populärsten Meisterwerks von Angelo Badalamenti nun auch in „regulärer“ Darreichungsform zu bestaunen. Wer angesichts der hier gegebenen Kombination ins Staunen gerät, mag übersehen, wie gut die Entitäten „Xiu Xiu“, „Angelo Badalamenti“, „Twin Peaks“ und „David Lynch“ doch zueinander passen – und aus diesen Aufnahmen eine naheliegende Angelegenheit machen.

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Xiu Xiu: "Plays The Music Of Twin Peaks" (Bella Union/[PIAS]Coop/Rough Trade)

Xiu Xiu: „Plays The Music Of Twin Peaks“ (Bella Union/[PIAS]Coop/Rough Trade)

Schuld ist die Queensland Gallery of Modern Art zu Brisbane. Anlässlich der dortigen David Lynch Ausstellung Between Two Worlds ergingen Idee und Auftrag an Xiu Xiu, den wohl markantesten Score zu den Werken des Kult-Regisseurs neu einzuspielen und nach eigenem Gutdünken zu interpretieren. Es hatte sich wohl bis zu den Kuratoren herumgesprochen, dass Xiu Xiu Vordenker Jamie Steward höchste Stücke sowohl auf David Lynch als auch auf dessen Haus- und Hofkomponisten legt. Also zog er mit Ex-Kollegen Jherek Bischoff zum Zwecke einer möglichst rau belassenen Produktion ins Studio, um anschließend mit Twin Peaks auf eine Tour zu gehen, die Xiu Xiu unter anderem auf einen Friedhof in LA oder in die Londoner Kirche St. John-at-Hackney führte.

Man wäre gerne dabei gewesen. Denn Plays The Music Of Twin Peaks lässt nicht nur die wohligen Erinnerungen an das Mysterium des Mysteriums um den Tod von Laura Palmer wieder aufleben, sondern weist die expressiv experimentelle Band als auf einem weiteren Peak ihrer Genese befindlich aus. Der Wiedererkennbarkeit verpflichtet, setzen Xiu Xiu dem filmisch-musikalischen Meisterwerk ein Denkmal. Und versetzen sich selbst wieder in die Lage, Nachvollziehbarkeit und Genius miteinander zu verschmelzen. Dass trotz der eigenwilligen (und doch kontingenten) Instrumentierung und dem zwingend direkten Zugriff der geerdeten Produktion die Unverkennbarkeit der Twin Peaks-Atmosphäre bei Xiu Xiu eher noch gewinnt, als etwa bloß nostalgisch rekapituliert wird, spricht für die besondere Qualität einer Konstellation, an deren Sinnfälligkeit selbst ein Agent Cooper keine Zweifel zu hegen braucht.

xiuxiu.org
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