Um Relevanz wird auf Alone (BMG/Warner) schon mal gar nicht gefochten. Und wer wolle steif und fest behaupten, Chrissie Hynde habe es nötig, haltlose Behauptungen aufzustellen? Allein schon das stilistisch an vermeintliche Blütenzeiten gemahnende Artwork unterstreicht die gegebene Lässigkeit, mit der hier querbeet Standards auf links gedreht werden. Ist das schon Selbstironie?

Pretenders: "Alone" (BMG/Warner)
Pretenders: „Alone“ (BMG/Warner)

Gute Frage, aber Chrissie Hynde würde wohl lieber eine andere beantworten. Zum Beispiel die nach der Beschaffenheit, der Konsistenz jenes Leims, auf das ihre Hörer und Befürworter nun schon seit knapp vierzig Jahren gehen. Blondie und Lydia Lunch auf sich vereinend, noch immer cool as fuck und Mainstream gleichermaßen, sitzt hier alles wie nur Damenwäsche sitzen kann, die am liebsten auf sich selbst verzichten würde.

Ach, wenn man sie doch nur lassen würde! Doch nicht zuletzt ein Dan Auerbach zieht zünftig am Zwickel und trägt mit dazu bei, Alone zu einem mächtigen Statement zu stilisieren, das sich seiner offensiven Selbstversicherung mit Verlaub nicht zu schämen braucht. Die Songs im Prinzip sautrocken, sickert mit jedem Gesang gewordenen Augenaufschlag eine sämige Vitalität durch, die vorgebliche Einsamkeit zu einem Grundrecht deklariert. Vom affirmativen Nicken könnte man sich eine Starre einfangen. Fragt sich nur wo. Let’s Get Lost. Aber nie im Leben prätentiös.

Holy Communion (Bonus Track):
vevo.com/watch/GBZA41600441?lf=0ef072e9e23c258ef041f63e466d5988

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