Ånd - Aeternus

Leichtes Spiel der Niedertracht

Ånd sind anders. Ihr von doomigen Anwandlungen durchzogener Black Metal neuester Prägung gerinnt auf Aeternus (This Charming Man Records/Cargo) zu einem Vergnügen, so es doch zum Schmerzen angetreten und zum Scherzen kaum aufgelegt ist. Doch die erstaunlich transparente, gar luftig seidene Produktion verleitet zum Fehlschluss: Der notorische Niedergang wird vertagt. Und wenn sich die Berliner auch noch so sträuben mögen: Aeternus hat erhebendes Potential.

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Ånd: "Aeternus" (This Charming Man Records/Cargo)

Ånd: „Aeternus“ (This Charming Man Records/Cargo)

Klar, von Ahab über Der Weg Einer Freiheit bis Downfall Of Gaia und darüber hinaus: Sind die paar Minuten des Debüts erst verklungen, wähnt sich der Grantler im Winterschlaf. Denn er weiß, dass es bald wieder weiterzugehen hat. Schwer zu klären, warum Aeternus Körper und Geist zu ertüchtigen vermag. Vielleicht ist es die Unaufgesetztheit (Wortphrase des Tages), mit der Ånd die Sache angehen: Konventionalisten fällt der Panda aus der Fresse, weiland die gemeinerweise zuckrig eingeflochtenen Melodien den fiesen Adern des Gehörnten entsprungen sein könnten.

Also, das „Songwriting“ zeugt von Klasse, die Interpretation von Ernsthaftigkeit – ohne Borniertheit, ohne die Befangenheit, einem Gesellschaftsspiel aufgesessen zu sein, bei dem die Verlierer längst feststehen. Zum Glück gibt es sicher noch Hunderte von Bands, die sich an einer vergleichbaren Liga schulen. Ånd haben mir Aeternus ihr Klassenziel längst erreicht. Anspieltipp: Dämmerung.

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