Der aus der sehenswerten Stadt Brjansk stammende Fünfer Jet Plane kredenzt auf seinem dritten Vollspieler durchweg hörenswertes Geläuf zwischen sanftmütigem Postrock und nahezu schrillen Wah-Wah Attacken. Wer bei den Pipe Dreams (Fluttery Records) als nicht nur um des Niederländischen Slang Wissender so auf seine Gedanken kommt, liegt (oder steht) hier nicht verkehrt. Sergey, Maxim, Dmitriy, Konstantin und Igor kontaminieren mit dicht verwobenen Gitarrenklängen, mit Nyckelharpa und Schäfersack auch deine Träume mit Leben – mit jenem Stoff, für den es sich zu leben lohnt.

Jet Plane: " Pipe Dreams" (Fluttery Record)
Jet Plane: “ Pipe Dreams“ (Fluttery Record)

Wer nun allerdings handelsüblichen Postrock zum Schwelgen und Schweigen erwartet, sieht sich erneut getäuscht: Jet Plane sind für die Konfektionsware viel zu eigen. Und streuen Salz in die Wunden des Tagträumers. Mix und Mastering in japanische Hände (Takahiro Kido, Kashiwa Daisuke) gegeben habend, transferieren die Russen ihren auf Anhieb kaum zu fassenden Sound in transzendente Sphären, ohne sich dem Naheliegenden zu entblöden.

Allen Mitwesen, die sich auf Mogwai oder Godspeed You! Black Emperor verstehen, seien die Pipe Dreams an die Amygdala gelegt. Und auch für alle anderen gilt: Die Welt ist zu schlecht, um auf Jet Dream zu verzichten. Das Wissen um die Vergeblichkeit von Klang und Worten mag niemanden davon abhalten, den Ratschlag zu befolgen.

facebook.com/jetplaneworld
jet-plane.bandcamp.com
flutteryrecords.com

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