Junk Son - Beginning Ending Pretending

Der junge Rettungsschwimmer

John Dunk, Alias und Bandleader von Junk Sun, war bis dato ein unbeschriebenes Blatt. Wie auch anders?! Zog er es doch vor, zunächst einmal sein Studium der Komposition am Londoner Goldsmith College abzuschließen, bevor er nun – gemeinsam mit vier Absolventen einer Pop-Akademie, als Band und im großen Stil – auf sich aufmerksam macht: Beginning Ending Pretending (37 Adventures/[PIAS]Coop/Rough Trade) ist nichts weniger als ein hochgradig fein ziseliertes Meisterstück in Sachen postmoderner Pop-Tristesse.

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Junk Son: "Beginning Ending Pretending" (37 Adventures/[PIAS]Coop/Rough Trade)

Junk Son: „Beginning Ending Pretending“ (37 Adventures/[PIAS]Coop/Rough Trade)

So modisch das Debüt in der Wahl seiner stilistischen Verankerung auch daherkommen mag (von Daughter bis James Blake klingt vieles an, was ab einem gewissen Grad schwer angesagt ist), gelingt/en Junk Son hier der Freischwimmer. Und viel mehr als das: Beginning Ending Pretending verfügt über die angewandten Kenntnisse eines Rettungsschwimmers, der sich selbst auf eine Dreampop-Szene angesetzt hat, die an ihrer Selbstverliebtheit zu ertrinken drohte.

Beginning Ending Pretending ist ein Album der gemäßigten Fülle, der falschen Fährten, der überlegenen Umsetzung. Staatstragende Melodien in Moll werden in gestalterischer Akkutaresse aufgelöst, selbst das ständige Überraschungsmoment stört nicht die Vollkommenheit von Haltung, Gestus und Inhalt. Der Junge aus dem Lake District zelebriert eine nüchterne Hommage an alles, was sich dem direkten Zugriff entzieht, nur um eine nachhaltige Wirkung zu etablieren. Wer diese nun als Katerstimmung deklariert, dürfte so falsch nicht liegen. Doch das ändert nichts an dem sich als Tatsache erweisender Umstand, dass Junk Son ein Album gelungen ist, mit dem sich auch auf lange Sicht hin manch halbseidene Stunde bestens bestreiten lässt.

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