Eine wundersam wunderbare Ansammlung von kaum auf einen Nenner zu bringenden Kleinoden quer gedachter Songkunst an brisant variabler Instrumentierung offeriert das New Yorker Trio The Strange Walls auf seinem Album Won’t Last (Alrealon Musique). Nirgendwo zwischen Dresden Dolls, Legendary Pink Dots, Eyeless In Gaza oder den 4AD-Klassikern der ersten Dekade zu lokalisieren, ergibt die Summe der elf deutlich voneinander unterscheidbaren Songentwürfen zwischen Fragment und Vollendung ein kaleidoskopisches Erlebnis unerhörter Ereignisse, fernab jeglicher Tagespolitik.

The Strange Walls: "Won't Last" (Alrealon Musique)
The Strange Walls: „Won’t Last“ (Alrealon Musique)

Gründer D.V.O. Worthley, Dan Drogynous und die neu hinzugekommene Regina Yates bilden ein ungemein spielfreudiges Team, dessen Spielzüge zwar stets ins Abseits zielen, auf dem Weg dorthin jedoch von einer Finesse zeugen, wie sie einst von den Niederländern mit Johan Cryff erst erfunden wurde. Auf engsten Raum erschließen The Strange Walls Klangräume, die aufgrund einer irritierend schlüssigen Melodik gar magnetische Wirkungsweisen annehmen. Und ehe man sich versieht, ist man mittendrin – in einer Gegenwelt harmonisierter Schrägen, in der sich das Gewicht der Magie zuweilen nicht bloß andeutet.

Dass The Strange Walls zuvor sowohl Kinder-Puppentheater als auch das New Yorker Underground „Cinema Of Transgression“ musikalisch versorgten, mag die Spannbreite dessen andeuten, was sich auf Won’t Last in zumeist gedeckten Farben manifestiert. Wobei der Titel des Albums als ein klares Understatement interpretiert werden muss. Denn es handelt sich um ein Album der unzähligen Ereignisse, das sich dennoch mitpfeifen ließe. Auch so entsteht Bleibendes. Mal belustigend, mal beängstigend gut.

The Girl On Mandragora (Attrition Mix):
youtube.com/watch?v=2SJvYjw90AQ

facebook.com/thestrangewalls
soundcloud.com/strange-walls

alrealon.com
dense.de

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