Tumido - Xaxim

Vierfach aufgegeilt

Vier Remixe eines Tracks vom letzten Album (nomads) als vollwertige Veröffentlichung? Das österreichische Trio Tumido bejaht die ketzerische Frage mit einem recht klaren „passt schon“. Schließlich offeriert xaxim (Interstellar Records) vier grundverschiedene Bearbeitungsauffassungen auf gültiger Longplayer-Distanz. Es braucht also niemand zu befürchten, mit „der Neuen“ von Tumido zu wenig Hirnfutter, Gaumenschmaus und Ohrenzug zu Gemüte geführt zu bekommen. Da wollen wir uns also vor allem die entsprechende LP lieber mal nicht entgehen lassen.

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Tumido: "xaxim" (Interstellar Records)

Tumido: „xaxim“ (Interstellar Records)

Gestatten, Tumido: Mario Stadler (Fang den Berg, The Sickerboys) an Gitarre und Bass, Gigi Gatt (Gis Orchestra, Ni, Romanovska) an der Tröte und dem kubanischen Tres sowie Bernhard Breuer (Elektro Guzzi, Metalycée, Innode) an Becken und Fellen. Gemäß dem Wahlspruch „Lärm erzeugt Energie“ bereits seit 2003 im Dienste der betont energetischen (und direkt wirksamen) Klangerzeugung unterwegs, haben sie im Sinne ihres Titels xaxim nunmehr gleich drei eloquente Kollegen beauftragt, um Aspekte herauszuschälen, die das Original zuvor noch im Verborgenen aufzubewahren pflegte.

Nik Hummer (Metalycée, Ex-Thilges3) vollzieht an xaxim einen raffinierten Strip, der anhand jeder Menge Suspense zum porno-akustischen Kern des Ausgangsmaterials dringt und ihn – hart aber gerecht – in einem gleißend heißen Schummerlicht zur Exploitation freigibt. Ebenso unmissverständlich explizit, dafür aber ohne die Distanz eines nur Zusehenden, beißt Stefan Nemeth (Innode, Ex-Radian) xaxim direkt ins Fleisch. Als Mandibel verwendet er einen hinreißenden Loop, der sich ob seiner virulenten Ader auch für weitere Wohltaten empfiehlt.

Buenoventura (Elektro Guzzi) fügt zum Auftakt der B-Seite jede Menge Schweißperlen in die längst gefurchten Ritzen namens xaxim. Imperativ, konzentriert und keinesfalls zu widerlegen. Von soviel profan verdorbenen Hedonismus herausgefordert, setzen Tumido selbst – in Form eines gewaltigen, auf majestätische Eskalation bauenden Schlussakts – dieser insgesamt erneut herrlichen Energieerzeugung ein würdiges, wenn wohl hoffentlich auch nur vorläufiges Ende. Von wegen: Da steckt noch mehr drin! Tonarm, walte deines Amtes.

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tumidomusic.bandcamp.com/releases
interstellarrecords.at/artists/tumido
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