Auf ihren zweiten Longplayer stellt die finnische Classic/Prog Rock-Formation erneut unter Beweis, dass sich Komplexität und Spielwitz auch kleinformatig gestalten lassen. Metamorphosis (Fastball Music/Soulfood) bietet mit seinen neun unaufdringlich und knapp gehaltenen Tracks ein bisweilen unverschämt nostalgisches bis angenehm altmodisches Stelldichein der moderaten Töne. Frühe The Pineapple Thief treffen auf späte Camel, während das Grundgerüst klug gestaffelten AOR durchweg modern aufbereitet.

Montage: "Metamorphosis" (Fastball Music/Soulfood)
Montage: „Metamorphosis“ (Fastball Music/Soulfood)

Dass bei dieser vornehmen Zurückhaltung nicht jeder Song gleich auf die volle Punktzahl schielt, mag sich einem durchweg entspannten Naturell verdanken. Doch spätestens beim dritten Durchlauf sitzen die Songstrukturen fest im Sattel – und machen Metamorphosis somit glatt zu einem veritablen Hit-Album. Dabei umgehen die fünf Herren aus Helsinki durchgängig die Fallstricke der Weichspülerei, indem sie ab und an den Härtegrad anziehen – und für kurze Zeit auch gewähren lassen. Eine Beigabe von Calgon bleibt freilich verzichtbar.

Auf beeindruckende Weise gelingt Montage die Verdichtung von drei bis vier Song-Elementen innerhalb von durchschnittlich viereinhalb Minuten, ohne dass sie die jeweiligen Grundideen aus den Augen verlieren. In Eigenregie wohl dosiert und transparent produziert, erweist sich Metamorphosis als eine nachhaltig anregende Angelegenheit, der ihr bescheidenes Auftreten hoffentlich nicht zum Verhängnis wird.

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