Run River North - Drinking From A Salt Pond

Durch Knatsch zur Selbstfindung

Der Schaffensprozess zum Zweitalbum Drinking From A Salt Pond (Nettwerk/Soulfood) war von heftigen internen Auseinandersetzungen geprägt. Eine vorpreschende Fraktion stieß mit deutlich härteren und widerborstigeren Soundvorstellungen auf erheblichen Widerstand: „Das sind nicht wir!“. Wer allein die Auskopplung Run Or Hide vernimmt, wird wissen, welche Meinung sich durchgesetzt hat.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Run River North: "Drinking From A Salt Pond" (Nettwerk/Soulfood)

Run River North: „Drinking From A Salt Pond“ (Nettwerk/Soulfood)

Von dem ungehemmt treibenden, ja brutal argumentierenden und mit mächtiger Melodik ausgestatteten Run Or Hide einmal abgesehen, ist auch über weite Strecken des Albums kaum etwas von der Folkpop-Seligkeit des Erstlings geblieben. Selbst eine scheinbare Nettigkeit wie David Robinson verfügt über Ecken, Kanten und Brüche, denen im Hause Run River North zuvor eher die Tür gewiesen worden wäre. Das lässt auf Großes hoffen, wenn sich der erzielte Konsens zur gelebten Überzeugung wandelt.

Stand heute befindet sich das Sextett aus Los Angeles in einer Orientierungsphase, bei der vor allem der unvoreingenommene Hörer auf seine Kosten kommt. Can’t Come Down verfügt über einen hinreißenden Verlauf, Pretender über hibbelige Zickigkeit – und der balladeske Rausschmeißer Winter Wind klingt, wenn überhaupt, eher nach Radiohead als nach Coldplay. Bei allem Streben nach Abwechslung bewahrt die Band indes ihre Kontingenz. Man kann sich also sicher sein, dass sich Run River North ausschließlich bei ihren eigenen Ideen bedienen. Und sollte die Band entsprechend unterstützen.

Run Or Hide:
youtube.com/watch?v=ZxDn9z9yEkQ

runrivernorth.com
facebook.com/RunRiverNorth

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!