Virta - Hurmos

Mystisch infizierte Synthesen

Samt einer selten vernommenen Subsidiarität im Zusammengang der zur Anrufung kommenden Stilistiken sowie einem auf ominöse Weise ausgefuchstem Gespür für zweischneidige Stimmungen verdient sich das Zweitalbum des finnischen Trios Virta auf Anhieb und kurz vor Toresschluss zahlreiche lobende Erwähnungen in quergedachten Jahresbestenlisten. Hurmos (Svart Records) übertrifft somit sämtliche Erwartungen, die das Debüt Tales From The Deep Waters 2012 zu schüren verstand.

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Virta: "Hurnos" (Svart Records)

Virta: „Hurnos“ (Svart Records)

Antti Hevosmaa (Trompete, Vox, Electronics), Heikki Selamo (Gitarre, Vox, Electronics) und Erik Fräki (Drums, Perkussion, Electronics) pflegen eine zunächst seltsam anmutende, da bislang noch allzu ungehörte Melange aus Elementen des Nordic Jazz, des Postrock mit dezenter Prog-Note sowie einem inzwischen manifesten Bekenntnis zu den Möglichkeiten tastatorischer Elektrifizierung. So erklärt die Band, dass sie sich im Laufe der drei Jahre währenden Arbeit an Hurnos immer stärker einer Synthese ihres konventionellen Materials mit modernen und modernsten Mitteln der Sound-Produktion angenähert und somit ihren Kompositionen der zeitlichen Erosion ausgesetzt zu haben. Eine Selbsteinschätzung, die rasch nachvollziehbar wird und dennoch mystisch infiziert bleibt.

Dabei bleibt die Trompete als dominante Konstante scheinbar die Verführerin der Aufmerksamkeit. Doch ist der Hörer ihr erst einmal auf den Leim gegangen, muss er einsehen, wie sie sehr sich ihre Präsenz dem Zusammenspiel verdankt. Wenn dann die Arsenale kulminieren, scheint die atmosphärische Entrücktheit nicht allein suggeriert zu sein, sondern eine musikalische Realität zu inthronisieren, an der selbst erklärte Agnostiker kaum noch begründete Zweifel hegen dürften.

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