Interview mit Gareth Dickson

„Ich kann keine Songs im Kopf schreiben“

Auch die Veröffentlichung seines vierten Albums Orwell Court (12k/Discolexique/Godbrain) konnte bis dato nicht am Geheimtippstatus des eigentümlich begnadeten Singer/Songwriters und Gitarristen aus Glasgow rütteln. Wie gewohnt gerieten Kritiker ins Schwärmen, so sie denn in Kontakt mit Gareth Dicksons sphärisch schwebend verdichteten Sounds und seinen entrückten Gesangslinien gerieten. Doch selbst ein an sich dem schlichten Konzept von Saitenspiel und Stimmbandschwingung geneigtes Publikum erweist sich nach wie vor als zögerlich, wenn es darum geht, ihm und seinem über reines Talent längst hinausgewachsenes Potenzial jene Aufmerksamkeit zu widmen, die er sich über Jahre hinweg und insbesondere mit seinem aktuellen Meisterwerk fraglos verdient hat.

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Gareth Dickson (facebook.com/garethdicksonmusic)

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Dabei wäre es zu einfach, den Grund für seine währende Randständigkeit allein bei den monetären Bedingungen der Promotion auffinden zu wollen. Vielleicht erweist sich Gareth Dickson einfach auch als eine Spur zu erklärungsbedürftig, um einen barrierefreien Eingang in die Erheblichkeit breiterer Hörerschichten zu erlangen. Möge unser Gespräch dazu beitragen, die Scheu vor dem sanften Schotten zu verlieren.

amusio: „Hi Gareth, offen gestanden habe ich dich erst anhand deines aktuellen Albums entdeckt. Nachdem ich die Bemusterung erhielt, war ich angesichts des Labels 12k doch ziemlich von dem überrascht, was ich da zu hören bekam…“

Gareth Dickson: „Das kann ich absolut nachvollziehen. Es besteht keine offensichtliche Verbindung zu dem, was 12k üblicherweise veröffentlicht. Aber ich genieße mit 12k nicht nur die Vorzüge eines etablierten Labels mit bekanntermaßen hohen Ansprüchen ans eigene Repertoire. Da meine Musik auch gewisse Ambient-Elemente aufweist, fühle ich mich auch im Hinblick auf die generelle Ausrichtung des Labels in bester Gesellschaft und entsprechend definitiv gut aufgehoben.“

Gareth Dickson (facebook.com/garethdicksonmusic)

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amusio: „In der Review zu Orwell Court habe ich Vermutungen angestellt, warum dir ein größerer Durchbruch bislang verwehrt geblieben ist. Wie erklärst du dir den Grund für deinen nach wie vor ausbaufähigen Stellenwert?“

Gareth Dickson: „Leider verfüge ich nicht über die finanziellen Möglichkeiten, um im großen Stil in meine Karriere zu investieren. Doch auch unabhängig von diesem Umstand bin ich mir darüber im Klaren, dass ich nicht mit letzter Konsequenz an meiner eigenen Vermarktung arbeite. Dabei vermute ich, dass ich mir größere Publikumskreise auf internationaler Ebene durchaus erschließen kann. Immerhin bin ich im Hinblick auf meine musikalische Vision mit meinem bisherigen Werdegang durchaus einverstanden.“

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