Interview mit Gareth Dickson

„Ich kann keine Songs im Kopf schreiben“

Gareth Dickson (facebook.com/garethdicksonmusic)

Gareth Dickson (facebook.com/garethdicksonmusic)

amusio: „Man könnte auch Vini Reilly und The Durutti Column in die Waagschale werfen…“

Gareth Dickson: „Oh ja, sehr gerne. Aber das wird mir vielleicht im Hinblick auf meine Verkaufszahlen nichts nützen, wer kennt die denn noch (lacht)?“

amusio: „Als nächstes planst du eine Gastspielreise durch Spanien und Portugal. Speziell die portugiesische Mentalität dürfte auf dein Angebot sensibel reagieren.“

Gareth Dickson: „Ich war schon mal dort, in Coimbra. Und kann deine Vermutung nur bestätigen. Aber für die zweite Jahreshälfte sind auch wieder Deutschland-Termine in Planung. Aber was bleibt mir denn auch schon anderes übrig, als soviel wie möglich live zu spielen?! Konzertbesucher, die mich zuvor nur von meinen Platten kennen, reagieren überwiegend ausgesprochen positiv, wenn sie ihre Erwartungen im Hinblick auf ein eher besinnlich ruhiges Konzert enttäuscht sehen (lacht). Live kann ich ganz schön laut werden. Zu touren ist und bleibt der Königsweg, da gibt es nichts dran zu rütteln. Wenn man eines Tages von seiner Musik sogar leben will, muss man das gerne auf sich nehmen und jede Gelegenheit nutzen. Und Interviews geben.“

Gareth Dickson (facebook.com/garethdicksonmusic)

Gareth Dickson (facebook.com/garethdicksonmusic)

amusio: „Ob letztgenanntes wirklich so wichtig ist? Früher hatten in UK Magazine wie Sounds, Melody Maker oder der NME eine Machtposition inne, für die sie von den Musikern größtenteils gehasst wurden. Den NME gibt es heute als Gratisheft mit Werbung für Mode, Kino und Restaurants. In Deutschland haben Musikmagazine nie eine solche Macht besessen. Damals wie heute sind sie Erfüllungsgehilfen der Vermarktung, Redaktion gegen Anzeige.“

Gareth Dickson: „Hier ist das wohl noch anders. Vor allem Pitchfork genießt hier den Rang des Meinungsmachers. Die können auch heute noch eine Band kaputt schreiben. Oder kaputt machen, indem nicht über sie geschrieben wird. Umgekehrt lösen Pitchfork und Co. immer wieder Hypes aus. Wenn ich dort eine euphorische Review bekäme, würde mir das sicher sehr helfen. Aber auch dieses erste Interview für ein deutsches Magazin zeigt mir, dass ich mich, wie gesagt, auf einem guten Weg befinde.“

The Big Lie:
youtube.com/watch?v=Jvh2oe101mU

The Big Lie (Live in Rennes 2012):
youtube.com/watch?v=DJAPLYbpIF0

garethdickson.co.uk
facebook.com/garethdicksonmusic

dense.de

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!