Interview mit Cris Frickenschmidt (Alphamay)

„Unser Konzept funktioniert“

Cris Frickenschmidt / Alphamay (Cris Frickenschmidt)

Cris Frickenschmidt / Alphamay (Cris Frickenschmidt)

amusio: „Aber mit den Auftrittsmöglichkeiten hapert es leider nach wie vor. Und dass, obwohl ihr mit Twisted Lines 2016 ein herausragendes Album veröffentlicht habt, das entsprechend zahlreiche und vor allem auch sehr gute Resonanzen erhalten hat. Wie erklärst du dir diese Diskrepanz?“

Cris Frickenschmidt: „Wenn ich sie erklären könnte, hätte ich vielleicht sogar auch eine Patentlösung parat. Wir sind nicht sonderlich wählerisch, sondern prinzipiell bereit, auf Tour jede Milchkanne anzufahren. Bei uns passt alles in einen Kombi, außer Stromkosten fallen bei unseren Auftritten produktionsseitig keine weiteren Posten an. Ja, wir bieten sogar an, umsonst zu spielen. Und doch haben wir es im vergangenen Jahr gerade mal auf neun Gigs gebracht. Für 2017 habe ich inzwischen sechs Auftritte gebucht, musste hierfür aber auch über 300 Leute ansprechen. Ich fürchte, es waren nicht immer die richtigen dabei…“

amusio: „Aber wer könnten die richtigen Leute sein? Arrivierte Szenegrößen?“

Cris Frickenschmidt: „Sicher stellt der Anschluss an eine bekanntere Band heutzutage fast schon so etwas wie einen Königsweg dar. Und natürlich auch die Teilnahme an Festivals. Aber auch das war uns bislang nicht vergönnt. Dabei haben wir die Erfahrung machen können, dass wir mit unserem Programm vielfältig kompatibel sind. Wir haben auch schon von einem Publikum gespielt, dass sich fast komplett aus metallischen Kuttenträgern zusammensetzte. Nach anfänglicher bilateraler Irritation ging auch dort die Party ab. Wir repräsentieren in gewisser Weise halt das Achtziger-Ding. Und die Mehrheit der heutigen Konzertgänger ist damit aufgewachsen, viele können damit etwas anfangen. Und wir können uns mit unserem Repertoire auch entsprechend gut auf die jeweilige Stimmung einlassen, unser Konzept funktioniert.“

amusio: „Also könnte man euch auch als Partyband anbieten?“

Cris Frickenschmidt: „Durchaus, solange wir ausschließlich unsere Sachen spielen dürfen. Zur Coverband werden wir jedoch nicht verkommen. Aber ich könnte mir gut vorstellen, als Live-Act eine Mottoparty – Achtziger, Dark Electro oder Depeche Mode – zu eröffnen. Das würde sicher nicht nur uns gut tun.“

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