Old Fire: "Songs From The Haunted South" (Kscope)
Old Fire: „Songs From The Haunted South“ (Kscope)

amusio: „Entsprechen die an dich gerichteten und persönlich formulierten Reaktionen auf das Album deinen dort hinterlegten Intentionen?“

John Mark Lapham: „Ja, das tun sie, zu meinem Erstaunen manchmal sogar sehr genau. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Hörer das Album und die auf ihm zum Ausdruck gebrachten Ideen verstehen. Und dass es ihnen darüber hinaus gelingt, sich seine Inhalte und Stimmungen subjektiv anzueignen. Es gibt in dieser Hinsicht natürlich weder richtig oder falsch, doch bisweilen weisen die Reaktionen eine nahezu ans Identische rührende Nähe zu meinen teilweise verschlüsselten Intentionen und Botschaften auf. So zum Beispiel bei dem Titel Bloodchild, der ja zwischen den Zeilen vom Gedenken an einen lieben Verstorbenen handelt. Das haben viele Hörer sehr gut und genau verstanden. Und wenden nun diesen Song auf ihre eigene Trauerarbeit an. Ich empfinde dies als eine glaubwürdige Bestätigung für den substanziellen und universellen Gehalt des Albums.“

amusio: „Ist das Album nicht ohnehin der Nostalgie gewidmet? Und spricht daraus ein Wesenszug?“

Old Fire: "Songs From The Haunted South" - Deluxe Vinyl Edition (Brooklyn Bridge)
Old Fire: „Songs From The Haunted South“ – Deluxe Vinyl Edition (Brooklyn Bridge)

John Mark Lapham: „Ja, das Album hat sehr offensichtlich viel mit Nostalgie zu schaffen. Es wäre Quatsch, dies leugnen zu wollen. Aber ich versuche, mich von nostalgischen Anwandlungen nicht verschlucken zu lassen. Ich möchte im Jetzt leben, das gelingt mir mal besser und dann mal wieder weniger gut (lacht).“

amusio: „Auf deiner Facebook-Seite hast du dieser Tage einen Wunsch oder Drang formuliert: Du möchtest mal wieder tanzen gehen. Was ist los?“

John Mark Lapham: „Schon wieder ein Anfall von Nostalgie?! Ich bin früher extensiv ausgegangen, doch heute tut sich in dieser Hinsicht nicht mehr allzu viel. Hier in Abelene ist ja auch nichts los. Ich müsste schon nach Dallas oder Austin fahren. Rund drei Stunden Anfahrt würde das jeweils in Anspruch nehmen. Für texanische Verhältnisse ist das nicht viel. Für meine womöglich auch altersbedingte Trägheit wohl schon (lacht). Immerhin kann ich dir versichern, dass meine nächsten Arbeiten nicht auf Tanzmusik hinauslaufen werden (lacht noch lauter).“

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