Entgegen dem Albumtitel haben die Erfinder des (italienischen) Industrial Sleaze Rock Latexx Teens auf ihrem neuen Longplayer (Crank Music Group/TWS Music) doch ziemlich viel richtig gemacht. Unterm Strich sogar zu viel? Hat das resolut Aufmüpfige der Vorgänger Death Club Entertainment und From The Flame Into The Fire unter der Hochglanzpolitur (Mastering David Donelly) etwa gelitten? Fans der deutschen Pendant-Formation Lord Of The Lost kann die Antwort egal sein, werden sie doch auf Be Wrong mehr als fündig, wenn es um spektakuläre Inszenierungen eines zeitgenössischem Empfindens abseits des Althergebrachten geht.

Latexxx Teens: "Be Wrong" (Crank Music Group/TWS Music)
Latexxx Teens: „Be Wrong“ (Crank Music Group/TWS Music)

Neben dem lauen Gag, den Track The End an den Anfang zu setzen, manifestiert sich die Selbsteinschätzung des Anders-Seins auf Be Wrong anhand eines klaren Bekenntnisses zur vorbehaltloser Gängigkeit. Track für Track entfaltet sich Hitpotenzial, gut abgegriffene Karten werden neu gemischt und gerecht verteilt. Uneingeschränkt auch als dramaturgisch ausgewogene Setlist für durchgängig pushende Live-Sausen anwendbar, gerät selbst der erste Eindruck eines Mangels an Dreck umgehend in Vergessenheit. Und bei Have A Bad Day fallen selbst einem Vince Neil sämtliche Sünden ein.

Zudem kommt das gute Stück mit drei bemerkenswerten Remixen daher. Neben den beiden erfreulich garstigen Bearbeitungen von The End (Combichrist und Daniel Departer/LSD) fällt die dekadent balladeske Interpretation (November) eines sehr gewissen Schwerenöters namens Simone Salvatori (Spiritual Front) tatsächlich auch liebreizend ins Gewicht. Und keine weiteren Beschwerden.

November:
youtube.com/watch?v=wEBJSuD3BK8

latexxxteens.com
facebook.com/lxtofficial

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