Christian Bouchard // James O’Callaghan

Deux Disques Nouveaux des empreintes DIGITALes

James O’Callaghan: "Espaces Tautologiques" (empreintes DIGITALes)

James O’Callaghan: „Espaces Tautologiques“ (empreintes DIGITALes)

Auch der 1988 in Burnaby, British Columbia geborene Komponist und Klangkünstler James O’Callaghan kann trotz seines jugendlichen Alters bereits auf zahlreiche Auszeichnungen verweisen (u. a. Robert Fleming Prize 2015, Salvatore Martirano Memorial Composition Award 2016). Auf seinem Album erweist er sich als ein raffinierter Jongleur, dem es gelingt, zwischen barer Materialität und expressiver Musikalität kaum noch unterscheiden zu lassen. Der „Mimesis ans Tote“ setzt er Espaces Tautologiques entgegen, deren belastbare Qualität nicht zuletzt in der Umgehung einer gegen- oder wechselseitigen Auflösung besteht.

Dabei entwickelt und entfaltet er offene Narrative, deren antagonistisch aufgefächterte Strukturen immer wieder die Nähe zu erahnten Vorboten von Harmonie und Einverständnis suchen. Das zwanzigminütige Empties-Impetus ragt in dieser interpretatorischen Hinsicht aus den insgesamt vier zwischen 2011 und 2015 entstandenen Stücken heraus, da die hier zu vernehmende Präzision auch den letzten Verdacht einer pseudo-aleatorischen Versuchsanordnung tilgt. Doch auch insgesamt wird auf dieser Veröffentlichung nachvollziehbar, was der Autor der Vancouver Sun gemeint haben dürfte, als er James O’Callaghan einen „highly refined sense of colour“ attestierte. Und dies wohl ohne die Problematik der Vermittlung subjektiver (Farb-) Wahrnehmungen zu bagatellisieren.

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