Twinesuns - The Empire Never Ended

Coloration des Monochromen

Live, entsprechend drückend laut und unter programmatischem Verzicht auf Schlagwerk eingespielt, gebärdet sich der zweite Langspieler – The Empire Never Ended (Pelagic Records/Cargo, ab Freitag) – des auf Triostärke angewachsenen helvetischen Doom-Drone-Noise-Filets Twinesuns als vordergründig monolithisches, im Nachhinein jedoch bravourös ausgeklügeltes Spiel mit jenen abgründigen Allüren, die sich bei genauerer Betrachtung auch als Theologie der Befreiung erfühlen lassen.

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Twinesuns: "The Empire Never Ended" (Pelagic Records/Cargo)

Twinesuns: „The Empire Never Ended“ (Pelagic Records/Cargo)

Renzo T. Especial (Ex-Abraham) brachte zunächst nur versuchsweise seine Moog-Sammlung ins Spiel. Doch im Laufe des Geschehens erwies sich die dadurch anberaumte Ausweitung der Kampfzone als viel zu praktikabel, um fürderhin auf sie verzichten zu wollen oder lediglich einem punktuellen Einsatz zuzuführen. Zwar nagt diese innovative Coloration am Gewaltanspruch des Monochromen, doch tritt sie – mit Ausnahme des etwas zu verspielt geratenen System Regained (Hallo Hawkwind) – keineswegs in Konkurrenz zur Saitendominanz. Sondern erweist sich als deren durchgängig selbstbewusst agierender Erfüllungsgehilfe.

Dabei muss das auf Philip K. Dicks Valis-Trilogie fußende (Horror-) SciFi-Szenario des knapp achtzigminütigen Spektakels nicht unbedingt mitgedacht werden, wenn Twinesuns ihre an einer gravitätischen Überdosierung laborierenden Kreise ziehen. Kurzum: Wer im Sinne einer statthaften Integrität Sunn O))) auf seiner Agenda zu unterhalten pflegt, muss Twinesuns so oder so auf dem Schwarzstift-Zettel haben. Doch während die Platzhirsche eher morbiden Freuden frönen, gewähren Twinesuns sich selbst und ihren Genießern die Wohltat limbischer Vitalreize. That’s lif(v)e.

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