Viertes Album, neues Glück: Bandleader James Veck-Gilodi erklärt seine Identitätskrise für überwunden und legt mit All These Countless Nights (So Records/Rough Trade, ab Freitag) nahe, gestärkt aus ihr hervorgegangen zu sein. Denn wer etwa die Neue von You Me At Six als etwas zu unspektakulär empfindet, der dürfte sich besten Gewissens an den zwölf lupenrein durchexerzierten Harmonieschmeichlern ergötzen, die Norwichs Beste hier scheinbar locker aus dem Ärmel zaubern.

Deaf Havana: "All These Countless Nights" (So Records/Rough Trade)
Deaf Havana: „All These Countless Nights“ (So Records/Rough Trade)

„I’ve got a past I want to leave behind“, bringt James Veck-Gilodi in St.Paul’s auf den neuralgischen Punkt. Dieser Agens erweist sich als belastbare Grundlage für die oftmals hymnische Affirmation einer Aufbruchsstimmung, die den roten Faden von All These Countless Nights schürt. Dabei beeindrucken Material und Produktion mit einer voluminösen Ausbalanciertheit, die weder klotzend noch kleckernd die jeweilige Wahl einer Stromlinienform schmackhaft macht.

Das opulent Ausufernde des Vorgängeralbums Old Souls scheint einer Eleganz gewichen, die offensiv Erdung postuliert, ohne den (wiedererlangten) Überschwang früherer Tage (man erinnere sich der Alben It’s Called The Easy Life und Meet Me Halfway, At Least) zu imitieren. Derlei Phänomenen wird gerne das Prädikat der Reife verpasst. Stattgegeben – und für dauerhaft gültig erklärt. Denn die Art, wie sich ein Track wie Trigger aus sich selbst heraus zu befreien scheint, erweist sich für All These Countless Nights insgesamt – im Sinne eines abgeschlossenen Akts der Selbstermächtigung – als couragiert reflektiertes Lebenselixier.

Fever:
youtube.com/watch?v=Cn3y1vEk7E8

22.03. Köln (Luxor)
01.04. Hamburg (Logo)
02.04. Berlin (Columbia)
04.04. A-Wien (Arena)
05.04. München (Strom)

deafhavanaofficial.com
facebook.com/deafhavana

 

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