Winter Family - South From Here

Von La Réunion bis Rosh Hanikra

Das franko-israelische Duo Winter Family macht auf South From Here (Ici d’ailleurs/Cargo) seinem Anspruch, „weird wave music“ zu veranschlagen, alle Ehre. Zudem mag es sein, dass sie auch ihrem eigenhändig betriebenen „documentary theatre“ einen waschecht irritierenden Tribut zollen, so sie auf vorliegendem Album einen Lo-Fi basierten Mischmasch der Emotionen feilbieten, der gleichermaßen an Amanda Palmer und die Legendary Pink Dots erinnert.

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Winter Family: "South From Here" (Ici d'ailleurs/Cargo)

Winter Family: „South From Here“ (Ici d’ailleurs/Cargo)

Dass wiederum die genannten Instanzen längst gemeinsame Sache machen, braucht Ruth Rosenthal und Xavier Klaine nicht zu scheren, so sie doch ihre eigene Sprache in Szene setzen. Die anfangs möglicherweise in eine besten Gewissens ablehnende Haltung versetzende Leichtfertigkeit im Umgang mit den gewählten Sujets – von lapidar minimal abgehalfterten Wave-Pop mag hier die Rede sein – weicht peu à peu der Erkenntnis, dass Winter Family trotz einer mitunter fragwürdigen Wahl ihrer Mittel eine sensorische Präzision erlangen, der sich zu entziehen einem Versuch gleicht, sich der Gravitation zu entsagen.

Wem – wie mit Jesus – eine bare Anrufung des Erbarmens gelingt, sollte sich nicht länger nur darauf verlassen, es mit der Pflege des Geheimtipp-Status belassen zu können. In einer Welt, in der sich die dezent verschrobenen Episteln von Winter Family als massenkompatibel erweisen, ließe es sich auf jeden Fall besser leben. Als in jener, die durchgängig Angst schürt, um sie im Schilde zu führen. Der Weg führt gen Süden, auch von Feuerland aus.

The Land Of The Free:
youtube.com/watch?v=CkZQB8s8T-A

winterfamily.info
facebook.com/WinterFamilyPage

dense.de

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