Cowboys aus Flandern – der Soundtrack zu „The Broken Circle Breakdown“

Publikumsliebling auf der Berlinale, erfolgreichster belgischer Film seit „Mann beißt Hund“ – das Melodram „The Broken Circle Breakdown“ über eine Tätowiererin, einen Countrysänger und deren an Krebs erkrankte kleine Tochter ist in den Benelux-Staaten zur Zeit megaerfolgreich. Am 25. April läuft der Film auch bei uns an und möchte die Deutschen Kinozuschauer erobern. Melodram? Auch wenn man wie ich den Film noch nicht gesehen hat (und nichts über die Handlung gelesen hätte): Anhand der Songs könnte man zumindest die Grundstimmung des Films problemlos einschätzen, kreisen doch fast alle um das Thema Tod.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule
Schon der erste Song enthält die Essenz der Handlung: „Will the Circle Be Unbroken“, in der hier präsentierten Fassung erstmals von der Carter Family in den 40er Jahren aufgenommen, handelt vom Tod eines geliebten Menschen und der Hoffnung auf ein Wiedersehen im Jenseits, wo sich der durch den Tod unterbrochene Kreis wieder schließt. Die Aufnahme der Carter Family triff in ihrer direkten Schlichtheit mitten ins Herz, und auch wenn die Broken Circle Breakdown Bluegrass Band mit  Schauspielerin Veerle Baetens als Sängerin (was sie toll macht) da nicht herankommt, das Anhören lohnt allemal.

broken-circle-breakdown-filmplakat

Foto: thebrokencirclebreakdown.be

Überhaupt spielt die Band eine durchaus gelungene Bluegrass-Variante, der man ihren flämischen Ursprung keine Sekunde lang anhört – im Gegenteil: Manchmal blitz sogar etwas von dem Urtümlichen und Archaischen auf, das beispielsweise die Aufnahmen von Earl Scruggs, Doc Watson oder der Nitty Gritty Dirt Band auszeichnet.

Weitere Highlights sind Dolly Partons „Wayfaring Stranger“ , Townes van Zandts „If I Needed You“ und Lyle Lovetts „Cowboy Man“, das mit seinem bittersüßen Humor fast ein wenig deplaziert wirkt. Die Songsauswahl ist durchweg gelungen, was beweist, dass Songs sehr wohl eine elementare, weil erzählerisch wichtige Rolle im Film übernehmen können, wenn man Texte und Musik nur ernst genug nimmt.

Ich bin nach dem Hören des Soundtracks jedenfalls sehr gespannt auf den Film, obwohl es emotional hart werden wird, ihn durchzustehen, weil er, den Songs nach zu urteilen, auf jegliche vordergründige Sentimentalität verzichtet. Darin gleicht der Film einer guten Country-Ballade und das ist ein gutes Zeichen.

Der Film startet am 25. April, der Soundtrack wird bereits am 19. April bei Universal veröffentlicht.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Christian Siebje

Christian Siebje | Jahrgang 64, aufgewachsen in Hamburg. Lebt und arbeitet als Journalist, Texter, Blogger und Familienvater in Karlsruhe. Musik als Leidenschaft: Bach, Klassik, Electronica, Alternative, Reggae, Soul, Jazz, Pop, Punk & Avantgarde.