Nichts weniger als ein absolutes Premium-Produkt legen Once Human mit ihrem Zweitwerk Evolution (earMusic/Edel) vor. Getragen von dem irrsinnig forciert in die Offensive gehenden Organ der Lauren Hart (kann man wohl sagen…) und der eigenwilligen Sechssaiter-Beherrschung des hier auch als Erfolgsproduzent (Gojira, FFDPunch) in Erscheinung tretenden Logan Mader (Ex-Machine Head, Soulfly), erwächst ein Album, das trotz seiner Verwurzelung im Melodic Death eine Modernität befördert, die gleichermaßen erfrischend wie zerstörerisch wirkt.

Once Human: "Evolution" (earMusic/Edel)
Once Human: „Evolution“ (earMusic/Edel)

Da schadet es überhaupt nichts, dass so manche Hook den Eindruck erweckt, auch in gänzlich anderen Kontexten funktionieren zu können. Eye Of Chaos, Drain oder Killers For The Cure könnten – in entsprechend abgespeckter Form – auch als Vehikel für im gegebenen Kontext Unaussprechliches durchgehen.

Doch was soll das unstatthafte Phantasieren? Bestenfalls andeuten, dass sich auf Evolution Tracks befinden, die sich ihren Weg trotz brachialer Gewalt nicht nur mitten in die Eingeweide bahnen. Sondern sich auch unweigerlich ins Gedächtnis brennen. Wirklich nur in dieser Hinsicht sei Evolution ein sehr gewisses Pop-Appeal unterstellt.

Ansonsten plädieren ein glasklares Soundbild (Mastering Jens Bogren), eine begeisternde Balance aus Komplexität und Wumms sowie der mit „energisch“ nur unzureichend charakterisierte Einsatz von Lauren Hart für ein unverzichtbares Meisterwerk, das zudem souverän über so manch stilistischen Tellerrand hinwegsieht.

facebook.com/oncehuman
killermerch.com/once-human

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