Interview mit Justin Furstenfeld (Blue October)

„Das Glück als langweilig zu erachten, empfinde ich als künstlerisches Armutszeugnis“

Blue October (Nicola Gell)

Blue October (Nicola Gell)

amusio: „Übernimmst du die Verantwortung für das, was du mit deiner emotionalen Offenherzigkeit bei den Zuhörern auslöst?“

Justin Furstenfeld: „Etwas auszulösen, ist wohl das A und O künstlerischer Betätigung. Und ich bekenne mich dazu, ein leidenschaftlich emotionaler Künstler, Sänger und Performer zu sein. Wenn auch noch nicht der leidenschaftlichste oder emotionalste der Welt. Ich würde mich so an der 26. oder 27. Stelle einordnen (lacht). Und wenn mein Publikum schreit, weint oder sich am Boden wälzt, geht es mir immer darum, diesen Reaktionen mit angemessenem Respekt zu begegnen. Sich darüber lustig zu machen, wäre das Allerletzte.“

amusio: „Respekt scheint ohnehin ein Schlüsselbegriff für dich zu sein, als Künstler, als Persönlichkeit und als Person.“

Justin Furstenfeld: „Definitiv. Gerade heutzutage, wo es üblich ist, sich gegenseitig in den Rücken zu fallen.“

Shirt aus älteren Tagen (facebook.com/blueoctober)

Shirt aus älteren Tagen (facebook.com/blueoctober)

amusio: „Bekommt diese Betonung von Achtung und Respekt so nicht auch eine politische Dimension?“

Justin Furstenfeld: „Wenn es um Politik geht, sage ich nur: Ich bin ein Künstler. Ich mache Kunst. Ich diene der Kunst. Und ich bete für die Politiker, dass sie das Richtige tun. Und unterstütze somit auch den gewählten Präsidenten meines Landes. Ansonsten halte ich das Maul. Nicht so wie etwa Madonna. Madonna! Ich bitte dich, was soll das?! Was geht sie das an? Man sollte sie verhaften, denn ihre Sprüche wie Blowing up the white house‘ halte ich für gefährlich. Sie versucht, die Zuversicht zu ruinieren. Sie soll ihre Meinung gefälligst für sich behalten. Anstatt mit ihrer Negativität den Leuten den Tag zu verderben. Aber weißt du was, Material Girl?! Ich bete auch für dich, auf dass du ruhig schlafen und morgen wieder gesund aufwachen mögest.“

Justin Furstenfeld (facebook.com/profile.php?id=100012325627631)

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amusio: „Eine Sache noch: Auf Home verwendest du bei den Tracks Leave It In The Dressing Room und Houston Heights Samples von OMD, beziehungsweise von deren Album Dazzle Ships. Warum?“

Justin Furstenfeld: „Weil es sich um eins meiner absoluten Lieblingsalben handelt. Ich liebe es. Wenn ich nur an diesen Lovesong denke, Of All The Things We’ve Made (singt)…“

amusio: (singt mit)

Justin Furstenfeld: „Und all die irren Sounds (imitiert sie). Oder Radio Waves (singt). Jetzt reicht es aber, sonst denken meine Kleinen noch, sie wären schon im Zoo…“

Of All The Things We’ve Made (OMD, zum Mitsingen):
youtube.com/watch?v=gYM4XrSkrMc

Coal Make Diamonds:
youtube.com/watch?v=bdJaArMIrGE

Home:
youtube.com/watch?v=7fNAVW4Otks

06.03. Köln (Gloria)
07.03. München (Technikum)
08.03. Berlin (Huxleys)
09.03. Frankfurt/Main (Gibson)

blueoctober.com
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