The History Of Colour TV - Something Like Eternity

Direktheit, die davon kommt & trägt

Auf seinem dritten Album wagt das Berliner Trio um den britischen Medien-Künstler Jaike Stambach den direkten Weg zu einem nicht minder abwechslungsreichen Ausdruck. Something Like Eternity (Reptile Music/Altone) wurde nahezu live eingespielt und führt auf eine mitunter anerkennenswert spröde Weise zum Kern des jeweiligen Songgeschehens. Sowie zu einer Nachhaltigkeit, die es trotz der neuerdings beherzigten Machart mit der Tiefenwirkung der beiden Vorgänger (Emerald Cures Chic Ills, When Shapes Of Spilt Blood Spelt Love) aufnehmen kann.

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The History Of Colour TV: "Something Like Eternity" (Reptile Music/Altone)

The History Of Colour TV: „Something Like Eternity“ (Reptile Music/Altone)

Die Geschichte des Farbfernsehens liest sich bei THOCTV als eine sich sukzessiv vollziehende Abkehr von der prozessualen Verfeinerung und Elaboration. Hin zu WYGIWYS, respektive dem direkten Zugriff auf dezidiert eigenwillige Tracks, die sich vor allem in der ersten Hälfte (und dort vor allem beim dezent angepost-punkten Opener Granite Verge Of Tears) als vermeintlich schmucklose Schönheiten gerieren, denen es der Hof wiederholt zu machen gilt, um sie schließlich in jeglicher Hinsicht anerkennen zu können. Das schleichende Days Numbered sowie das zunächst trügerisch dümpelnde Wreck erweisen sich allein schon aufgrund ihrer riskanten Struktur als besonders lohnende Herausforderungen.

Nach dem Interlude Overcast Half tendieren die Songs der – gedacht – zweiten Seite zur zugänglicheren Attraktivität. Even Rain (mit herzallerliebstem Keyboard-Einsatz), Wait sowie das ruhig anschiebende Flame bieten gleichermaßen stringente bis plausible Kost, bei der subtil eingeflochtene, den Erwartungen zuwiderlaufende Geschmacksverstärker die Aufmerksamkeit gekonnt bei Laune halten. Mit Pattern verabschieden sich THOCTV gar mit einem Anflug von Leichtigkeit, der, von hübschen Feedback-Arabesken beflügelt, sich selbst hinweg zu tragen scheint.

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