Zeal & Ardor - Devil Is Fine

Zweierlei Schwarz (und mehr…)

Wollte man das eklektizistisch-innovative Spektakel, das Manuel Gagneux als Zeal & Ardor im Rahmen des rund 25 Minuten währenden Devil Is Fine (Mvka/Rough Trade) auf die plakative Kombination „Black Metal meets Black Roots“ reduzieren, würde den zahllosen weiteren stilistischen Andeutungen, die hier miteinander verquickt werden, grobes Unrecht geschehen. Angesichts der verblüffenden Homogenität des gesamten Entwurfs dürften derartige Fehleinschätzungen Ausnahmen bleiben.

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Zeal & Ardor: "Devil Is Fine" (Myka/Rough Trade)

Zeal & Ardor: „Devil Is Fine“ (Myka/Rough Trade)

Er solle doch mal BM mit „Nigger-Musik“ kreuzen – so lautete ein Vorschlag, nachdem Manuel Gagneux, Afro-Amerikaner mit Wohnsitz in der Schweiz, darum gebeten hatte, ihm möglichst verquere Kreuzungen von Musikgattungen – zwecks anschließender Ausgestaltung – nahezulegen. Die politischen, bzw. historischen Implikationen von Rassismus und Unterdrückung, von Identität und Emanzipation mögen zwar den Ausschlag gegeben haben, um sich ernsthaft zweierlei Sorten „schwarz“ zu widmen. Doch überwiegt im Ergebnis eine enthemmte Auffassung von der Freiheit des musikalischen Ausdrucks, die – trotz der gegebenen Heterogenität – vor allem harmonisierende Effekte zeitigt.

Manuel Gagneux ergeht sich also nicht in einer bloßen Gegenüberstellung, sondern versetzt klar zu kategorisierende Elemente (BM-Ästhetik, Gospel/Spirituals/Chants) mit wiederum bilateral artfremden Ingredienzien (Glockenspiele, Trip-Beats u.v.a.m.), die das Klangbild nicht nur kunstfertig verfeinern, sondern zu einem vollkommen neuartigen Ausdruck musischer Reflexion führen. Für Puristen absolutes Teufelszeug, doch – Devil Is Fine.

Devil Is Fine:
youtube.com/watch?v=jlGBer0VoF8

22.04. Berlin (Urban Spree)
17.06. Mannheim (Maifeld Derby)

zealandardor.com
facebook.com/zealandardor

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