Bathsheba - Servus / Hymn - Perish

Doom Nouveau

Woche für Woche verwöhnt das im finnischen Turku gemeldete Label Svart Records mit erlesenen Einblicken in die offenbar nimmer versiegende Wundertüte des skandinavischen Metal-Undergrounds. So erst letzten Freitag mit Perish, dem Debüt des norwegischen Brutal-Doom-Duos Hymn. Und schon für morgen kündigt sich anhand von Servus, dem ersten Langspieler von Bathsheba, die nächste Top-Empfehlung für Genießer an (beide im Cargo-Vertrieb). Auch wenn die Band um Frontfrau Michelle Nocon aus dem limburgischen Genk stammt.

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Bathsheba: "Servus" (Svart/Cargo)

Bathsheba: „Servus“ (Svart/Cargo)

Man wähnt sich also auch von Belgien aus in bester Gesellschaft, so das Label allein schon für Qualität bürgt. Einer Qualität, die sich Bathsheba mehr als nur verpflichtet zu fühlen scheinen, ziehen sie doch auf Servus den Statuten des guten alten Doom mal eben den Boden unter den Quanten weg.

Angeleitet vom herrischen Timbre der Michelle Noton entfaltet der u. a. aus Serpentcult und Death Penalty hervorgegangene Fünfer einen erregenden Irrsinn, an dessen Ausdrucksvielfalt so mancher Traditionalist des Fachs durchaus verzweifeln könnte. Es steckt einfach ein – im schönsten Sinne – ungesundes Maß an Slugde oder gar Black Metal im flämischen Sound der Verzückung rund ums Ableben, beziehungsweise um all die bedenklichen Ereignisse, die dem so vorangehen.

Da wird auch mal eine Rotzkanne (Ain Soph) ins Spiel gebracht, um die genre-typische Trägheit aus dem Ruder laufen zu lassen. Oder eben Leads gezockt, die einen vergleichbar anrührend kranken Vibe ins sieche Leben rufen. Wenn dann noch das giftige Stimmbiest Noton in den Wettbewerb um den Löwenanteil der Aufmerksamkeit tritt, fällt es schwer, sich weiterhin nach Eindimensionalitäten zu sehnen.

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