Kate Bush: 50 Words For Snow

Schnee ist nicht sehr beliebt in diesen kalten Frühlingstagen 2013. Auch Kate Bushs bereits im November 2011 erschienenes Album 50 Words For Snow will niemandem auf Anhieb gefallen. Es handelt sich um ein leises, aber in gewisser Hinsicht auch konträres Werk, das sich um den weißen kalten Stoff namens Schnee dreht. Das Konzept ist somit klar. Und die Interpretin und Autorin macht dabei keine Kompromisse in Richtung Massengeschmack. Das hat Kate Bush, Jahrgang 1958, erster Nummer-Eins-Hit 1977 („Wuthering Heights“), in ihrem zehnten Album, dazu nach sechs Jahren Pause, nicht mehr nötig.

Neues Erlebnis bei der Organisation Deiner Musikschule

Kate Bush: 50 Words For Snow. Quelle: EMI

Ganz besonders konsequent sind in dieser Hinsicht die Stücke eins bis drei. Sowohl „Snowflake“ (knapp zehn Minuten), „Lake Tahoe“ (elf Minuten) als auch „Misty“, eine dreizehneinhalbminütige Liebeserklärung an einen Schneemann, sind langsame Balladen mit Klavierbegleitung und ab und an fast unmerklichen Drums von Steve Gadd. In „Snowflake“ singt übrigens Bushs Sohn Albert McIntosh. Keine Songs, die auf die Charts zielen. Etwas poppiger wird es ab dem vierten Song, „Wild Man“ (sieben Minuten). Zu hören ist ein Synthesizer, der eingängige Refrain erinnert ein wenig an die Kate Bush der achtziger Jahre. Im folgenden, achtminütigen „Snowed In At Wheeler Street“ singt Bush im Duett mit Elton John; keine Frage, auch dieser Song bewegt sich noch auf vergleichsweise poppigem Terrain.

Den typisch britisch-spleenigen Part im Konzept des Winteralbums spielt Stück Nummer sechs: Im Titelsong „50 Words For Snow“ rezitiert Schauspieler und Schriftsteller Stephen Fry achteinhalb Minuten lang 50 Synonyme für das Wort Schnee. Befeuert und gezählt von Kate Bush und begleitet von einem Keyboard. Den Ausklang des Albums besorgt wieder eine Klavierballade („Among Angels“). In der MP3-Version folgen noch zwei kürzere Bonusstücke, die Radio-Version von „Wild Man“ und das etwas aus dem Rahmen fallende „Flower Of The Mountain“.

Das Album will niemandem gefallen. Doch sich darauf einlassen kann spannend sein. Vielleicht besser im nächsten Winter.

PS.: Auch bei Facebook? Dann werde Fan von amusio!

Über Frank Behrens

Frank Behrens arbeitet als freier Journalist in der Nähe von Hamburg. Noten kann er keine lesen, aber Musik hören. Am liebsten Rock und Blues.