Interview mit Janek Sprachta

„Alles verbunden mit der Liebe zum Handwerk“

Der überzeugte Berliner Janek Sprachta genießt als Musiker den Tanz auf mehreren Hochzeiten. So etwa als Schlagzeuger bei The History Of Colour TV (das neue Album Something Like Eternity erscheint am 17. März), bei Siva. (deren dritte Scheibe noch in der Mache ist) oder auch bei dem von Klaus Cornfield ins Leben gerufenen Orchestre Miniature In The Park, wo ausschließlich auf Kinderinstrumenten musiziert wird. Doch damit nicht genug. Unter eigenem Namen hat er soeben mit Grow (Midira Records) sein zweites Album veröffentlicht. Zwischen Ambient-Piano und Postrock-Atmosphären vermittelnd – und dabei den Schlagzeuger Janek Sprachta kaum verratend – diente es unserem Gespräch als Hauptanknüpfungspunkt.

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Janek Sprachta (Philipp Granzin)

Janek Sprachta (Philipp Granzin)

amusio: „Hi Janek, dein neues Album lässt kaum vermuten, dass es von einem gelernten Schlagzeuger stammt. Wie vollzog sich deine Entwicklung zum Multi-Instrumentalisten?“

Janek Sprachta: „Seit meinem siebten Lebensjahr lernte ich Schlagzeug, überwiegend bei Tim Schönfelder. Dazu gehörten auch Einführungen in die Musiktheorie, doch diese haben mich damals nicht allzu sehr interessiert. Dafür habe ich dann aber noch Klavierunterricht genossen. Und mich anschließend der Gitarre gewidmet, die mich dann wirklich faszinierte. Im Zuge dessen habe ich auch viel Progrock der alten Schule gehört, weil ich es mich immer wieder erstaunte, was sich mit echten Instrumenten so alles anstellen lässt. Ohne den Aufwand an Elektrotechnik, der mir heute allgemein etwas zu sehr Überhand nimmt. Nun gut, auch ich habe einen Laptop auf der Bühne, doch der Bezug zum Handwerk ist mir wichtig. In jüngerer Zeit hat sich mein Fokus, nicht zuletzt durch den Einfluss meines Freundes Nils Frahm, jedoch wieder aufs Piano verschoben.“

amusio: „Das ist Grow durchaus anzuhören. Aber warum nur so wenig von dir als Schlagzeuger?“

Janek Sprachta: „Es ging mir bei dem Album auch um einen Akt der Selbstfindung. Da sind immens viele Einflüsse zusammengekommen. Darunter hat dann wohl der Schlagzeug-Anteil gelitten. Aber das geschah nicht direkt willentlich. Es hat sich einfach so ergeben, ohne dass es mir selbst sonderlich aufgefallen wäre. Vielleicht aber wollte ich es einfach auch unterbewusst weniger präsent haben. Tatsächlich spielt das Schlagzeug auf Grow nur bei zwei Tracks eine wichtige Rolle. Doch es ist gut möglich, dass sich sein Anteil demnächst wieder erhöht. Und ich mich auch als Drummer wieder kenntlich zeige.“

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