Adult. - Detroit House Guests

Hostel für die reifere Jugend

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann davon ausgegangen werden, dass nicht etwa die Fledermaus von Johann Strauss (Sohn) und ihrem Smash-Hit Ich lade gern mir Gäste ein das Detroiter Künstlerpaar Nicola Kuperus und Adam Lee Miller dazu bewogen hat, ihr neues Album ganz der Hospitalität zu widmen, beziehungsweise gleich konzeptionell auf ihr fußen zu lassen. Detroit House Guests (Mute/GoodToGo) schöpft – so oder so – aus der Lust an der Kooperation, lässt aber die markante Federführung der Gastgeber jederzeit deutlich hervortreten.

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Adult.: "Detroit House Guests" (Mute/GoodToGo)

Adult.: „Detroit House Guests“ (Mute/GoodToGo)

Allein die Mitwirkung von Kalibern wie dem Oberschwan Michael Gira, EBM-Urgestein Douglas J McCarthy oder Shannon Funchess (Light Asylum) macht neugierig. Und hinterlässt den Hörer gleichermaßen baff erstaunt wie in spekulativer Laune: Was, wenn das auf jeweils drei Wochen anberaumte Miteinander im Sinne von „artists in residence“ gleich zu jeweils kompletten Alben geführt hätte? Kaum auszudenken, so Detroit House Guests ohnehin mit einer ungemein sensibel dosierten Reizüberflutung haushaltet, die munter zwischen Dance Art, Klangkunst (This Situation, featuring Robert A. A. Lowe) und Pop-Philosophie oszilliert.

Nun denn, ohne die Leistung der weiteren Gastakteuren (wie etwa der Thereministin Dorit Chrysler) schmälern zu wollen, drängen sich die Kombis mit den bereits hervorgehobenen Größen als herausragende Nachweise der Stichhaltigkeit der gesamten Unternehmung auf: das mantrisch verwobene Breathe On (mit Gira), das rumorige We Are A Mirror (mit McCarthy), das rigide We Chase The Sound (mit Funchess). Und doch ergeht der Löwenanteil des Dankes und Lobes an die beiden Initiatoren, die mit Detroit House Guests eine idiosynkratisch orientierte Zwischenbilanz zeitgenössischer Entwicklungen wagen, von denen sowohl die Charts als auch der experimentelle U-Underground indirekt abhängen wenn nicht gar direkt betroffen sind. Merke: Wenn Erwachsene miteinander spielen, wird der Spaß zum heiteren (oder heiligen) Ernst – „Hospitality on parade“ (Sparks).

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