Norman Westberg - Jasper Sits Out

Minimal, maximal optimal

Lawrence English lässt kaum eine Gelegenheit aus, um auf die ans Unwahrscheinliche rührende (magische?) Dichte und Intensität zu verweisen, die Norman Westberg (The Swans) mit einfachen Mitteln seiner E-Gitarre zu entlocken versteht. Nachdem der australische Klangkünstler English den Detroiter Westberg dafür gewinnen konnte, auf seinem jüngsten Album Cruel Optimism mitzumachen, legt er auf seinem Label Room40 nun mit Jasper Sits Out zwei frühe Aufnahmen des charismatischen Ausnahmegitarristen – remastert und um ein speziell für diesen Re-Release entstandenes Stück ergänzt – neu auf.

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Norman Westberg: "Jasper Sits Out" (Room40)

Norman Westberg: „Jasper Sits Out“ (Room40)

Vom minimalistischen Loop zur ozeanischen Weite: Wenn es ums Harmonieverständnis geht, erweisen sich Lawrence English und Norman Westberg als Brüder im Geiste. Allein die Art der Interpretation weist doch gravierende Unterschiede auf, zumindest wenn man Jasper Sits Out in einen direkten Vergleich mit Cruel Optimism zwingen wollte. Doch würde selbst diese Gegenüberstellung nicht dazu führen, das wiederum verbindende Element zu verkennen: Es geht beiden in vorzüglicher Weise um die Erzeugung sowie die Orchestration von akustischer Dichte.

Ob als Einstieg oder als Lückenfüllung für Komplettisten: Jasper Sits Out nimmt im Solo-Schaffen Westbergs nur insofern eine Sonderrolle ein, als die beiden jeweils über zwanzig minütigen Tracks bislang nur auf (vergriffenem) Vinyl oder per Hand zugespielten CDRs erhältlich waren. Und eben nicht um A Particular Tuesday (11:04) erweitert, einem in gewohnter Manier kristallin erhabenen Beispiel für die Schönheit maximaler Verdichtung bei minimalem Aufwand. Welch lohnendes Muss!

normanwestberg.com
facebook.com/NormanWestberg
room40.org

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