Jacaszek - Kwiaty

Altvers-Bukett

Robert Harrick (1591 – 1674), To the virgins, To Make Much Of Time, der Club der Toten Dichter, „Carpe diem“ – alles klar? Na gut. Nach dem kühl elektrifizierten Treny und dem schwelend schwermütigem Glimmer widmet sich Michal Jacaszek auf seinem teils klar umrissenen, teils mutig zerpflückten Album Kwiaty (dt. Blumen, Ghostly International),, einer musikalischen Aufbereitung einer englischen Anthologie metaphysischer Poesie des 17. Jahrhunderts. Mit Robert Harrick als dem bis heute wohl geläufigsten Vertreter seiner Epoche.

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Jacaszek: "Kwiaty" (Ghostly International)

Jacaszek: „Kwiaty“ (Ghostly International)

„Die Gedichte sind einfach, puristisch und wunderschön“, berichtet der polnische Musikus von seiner inspirierenden Leseerfahrung. „Es geht zwar vielfach um Tod, Schmerz, Verlangen und Einsamkeit, doch zugleich spricht aus ihnen sehr viel Hoffnung, Zuspruch und Frieden.“ Vor allem aber erwiesen sie sich, laut rezitiert, als der Songform zuträglich. Was Jacaszek wiederum dazu animierte, in den „Back-Katalog“ seiner halbfertigen oder zwischenzeitlich verworfenen Arbeiten zu greifen, um seinem Streben nach organischer Klanggestaltung – wenn auch auf digitalem Fundament – das Element des Vokalen einzuverleiben.

Mit Hania Malarowska (Hanimal), Joasia Sobowiec-Jamiol und Natalia Grzebala legen sich gleich drei stimmgewaltige Damen ins Zeug, um aus den Altversen eine neuerlich anregende Wirkung zu destillieren. Und das mit einer offensiv ausgelebten Lust an der Phrasierung – sowie deren Reibung mit den klanglichen Grundmotiven, die Jacaszek nicht minder freudig variiert. So erwächst aus einer zunächst eher trübe betulichen Verfassung ein zunehmend unberechenbares Wechselbad der Gefühlsanbahnungen: präzise dynamisiert und dennoch über jegliche Pauschal-Metrik erhaben.

jacaszek.com
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