Pharmakon: "Contact" (Sacred Bones Records/Cargo)
Pharmakon: „Contact“ (Sacred Bones Records/Cargo)

amusio: „Weil Philosophie als Versuch der Ausblendung physischer Verfasstheit verstanden werden muss. Und sich tendenziell durch Leibfeindlichkeit auszeichnet. Ich vermute jedoch, dass du im Gegensatz dazu auch den Körper zu rehabilitieren gedenkst. Stellst auch du hierbei nicht aber auch die Frage nach seiner schicksalhaften Faktizität – und somit nach Vollzugsweisen, mit denen sich diese Limitierung wiederum überwinden lässt?“

Margaret Chardiet: „Wenn du den Körper nur als Behältnis unseres Verstands begreifst, wirst du ihm dennoch nicht die Fähigkeit absprechen können, seine eigenen Bedürfnisse zu artikulieren. Der Magen knurrt, Augenringe verraten Schlafmangel. Der Körper beansprucht sozusagen die Sprache der Kognition: ‚Ich habe Hunger. Ich bin müde.‘ Und umgekehrt: Der Verstand bedient sich des Körpers, um seine Bedürfnisse zu kommunizieren. Emotionen, Ideen, Botschaften. Ein Anarchist verprügelt einen Faschisten. Liebende haben Sex miteinander. Aber ich bin davon überzeugt, dass komplexere Level der Kontaktaufnahme existieren, die über Wortsprache und körperliche Aktivität hinausgehen: Kontakt als Empathie. Die Option des Geistes, aus dem Körper hervorzugehen und sich mit anderen zu verbinden. Ein Eigenleben zu entwickeln, so wie das geschriebene Wort, das unabhängig von seinem Autoren weiter gedeiht. Also keine Rehabilitation – sondern die Überwindung der Gebundenheit anhand von Methoden, die sich erlernen, provozieren und weiter verfeinern lassen.“

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