Pharmakon: "Contact" (Sacred Bones Records/Cargo)
Pharmakon: „Contact“ (Sacred Bones Records/Cargo)

amusio: „Kulturtechniken zweiter Potenz. Wie machst du sie dir als Inspirationsquelle zunutze? Oder fühlst du dich wohler, wenn du diese persönlichen Hintergründe im Vagen belassen kannst? Und sie eben nicht auf eine Weise veräußerst, mit der dein Anspruch persönlicher Freiheit kollidieren könnte?“

Margaret Chardiet: „Früher war ich hinsichtlich der Preisgabe meiner persönlichen Informanten tatsächlich sehr freimütig und aufrichtig. Doch habe ich feststellen müssen, dass ich immer wieder auf diese intimen Komponenten reduziert und ständig darauf angesprochen werde, wie ich zu dem wurde, was ich nach außen hin bin. Oder zumindest zu dem, was ich als Person repräsentiere. Vor lauter Wiederkäuerei drohte mir ein Verlust der Gewalt über meine eigenen Ideen. Sie fühlten sich irgendwann als mir nicht mehr zugehörig an. Dabei will ich mich doch gerade über meine Ideen mitteilen und sie diskutieren. Ohne dabei ständig meine Persönlichkeit zur Disposition stellen zu müssen.“

amusio: „Die Genese der zu deinen Ideen führenden Inspiration ist also höchstens von zweitrangigem Interesse. Dagegen scheint dir nach wie vor wichtig zu sein, spontane Reaktionen bei deinem Publikum hervorzurufen. Wie lassen sich entsprechende Prozesse auf einem Tonträger erzeugen?“

Margaret Chardiet: „Ich bin davon überzeugt, dass Contact besser als die vorherigen Alben dazu geeignet ist, einzigartige Reaktionen zu evozieren. Eben weil ich nicht erneut versucht habe, eine Live-Performance zu dokumentieren. Sondern etwas erschaffen habe, das für sich selbst spricht und entsprechend unabhängig von singulären Vorkenntnissen oder Erfahrungen verstanden werden kann. Natürlich bin ich mit dem Ergebnis nicht völlig zufrieden. Möglicherweise werde ich auch niemals völlig zufrieden sein.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert