Pharmakon: "Contact" (Sacred Bones Records/Cargo)
Pharmakon: „Contact“ (Sacred Bones Records/Cargo)

amusio: „Erfordert das Setup von Contact Modifikationen im Hinblick auf deine Art, dich auf der Bühne zu artikulieren?“

Margaret Chardiet: „Ich denke schon. Zwar repräsentiert Contact dasjenige, was ich live schon immer verfolgt habe. Aber jetzt, wo das Kind einen Namen hat – und ich mich jederzeit seiner Existenz vergewissern kann – entstehen plötzlich jede Menge neue Ideen für eine Umsetzung, die sich von meiner bisherigen Performance unterscheidet.“

amusio: „Du forderst – und förderst – Empathie. Und zwar sofort. Wie lässt sich aus einer Individual-Kompetenz eine Hardware der Menschheit etablieren?“

Margaret Chardiet: „Vermutlich gar nicht, denn nur das Einzelwesen scheint zur Empathie befähigt zu sein. Im krassen Gegensatz zur verabscheuungswürdigen Menschheit auf ihrem Weg zur Selbstauslöschung besitzt das Individuum die Fähigkeit zum schöpferischen Handeln. Zur Transzendenz. Aber diese Qualität der menschlichen Natur wird zumeist einem humanozentrisch determinierten Naturgesetz geopfert. Einer toxischen Ideologie, die alles bedroht, was sich der einseitigen Vereinnahmung verweigert oder entzieht.“

amusio: „Und somit auch die Empathie unterbinden muss…“

Pharmakon: "Contact" (Sacred Bones Records/Cargo)
Pharmakon: „Contact“ (Sacred Bones Records/Cargo)

Margaret Chardiet: „Sicher. Aber vielleicht können wir zu der Erkenntnis gelangen, dass wir nichts weiter als Zellen eines Virus sind, wenn wir Empathie und den damit einhergehenden Kontakt untereinander als ein flüchtiges Vehikel anerkennen und wertschätzen, das der Mühe lohnt. Um ironischerweise genau dem zu entgehen, was uns zu bedeutungslosen Kompetitoren, selbstherrlichen Okkupanten und willfährigen Allesvernichtern degradiert.“

amusio: „Trotz und alledem…“

Margaret Chardiet: „Die Menschheit verhält sich wie tollwütige Hunde, die zähnefletschend an der Leine ihrer Sterblichkeit zerren. Und trotz ihrer hoffnungslosen Lage versuchen, immer mehr von dem zu erlangen, was sie ihr eigen nennen können. Vor allem Macht über andere Artgenossen. Wenn wir jene Übertragungen nach außen kehren, die sich zwischen unserem Denken und den Zuckungen unseres Fleisches ereignen und unseren Geist einsetzen, unsere Körper zu transzendieren, haben wir eine Chance, um uns gelegentlich von der Leine loszureißen. Vielleicht.“

pharmakon.bandcamp.com
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sacredbonesrecords.com

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