Interview mit Rami Vierula (Delay Trees)

„Wir erleben inzwischen eine andere Form der Melancholie“

Delay Trees: Delay Trees (Cargo)

Delay Trees: Delay Trees (Cargo)

amusio: „Ihr wurdet häufig mit dem Begriff Nordic Pop‘ belegt. Was soll das aussagen? Tut diese geographische Verortung Not?“

Rami Vierula: „Ich denke, es handelt sich dabei um eine Positionierung der Medien für die Märkte. In UK und den USA wird häufig auch ein ‚Skandinavian Sound‘ hervorgehoben, dabei gehört Finnland strenggenommen gar nicht zu Skandinavien. Es schwebt den Leuten wohl eine Art Gitarren-Pop vor, wie ihn etwa The Radio Dept., Kent oder Mew machen. Vielleicht will man auch so etwas wie das C86-Movement in England lancieren. Was weiß ich? Ob Efterklang oder The Mary Onettes. Auch wenn es kaum Sinn ergibt, es wird gebündelt. Da ist nichts dran zu machen, aber es ist auch nichts, was ich verbissen ablehnen müsste.“

amusio: „Es wird aber leider auch häufig ohne Rücksicht auf homogene Publikumsschichten geclustert. Ich beziehe euch lieber auf The Church, vom allerersten Eindruck an…“

Rami Vierula: „Das ist selbstverständlich ein sehr schmeichelhafter Vergleich. Und tatsächlich habe ich mich speziell bei Let Go um zwölfsaitige Rickenbacker-Sounds gekümmert, die denen von The Church und speziell dem Klang ihres Albums Starfish recht nahe kommen sollten. Aber im Vergleich mit dieser großartigen Band haben wir doch so gut wie noch nichts erreicht. Und ob wir eines Tages auch auf dreißig oder mehr Studioalben zurückblicken werden, wage ich trotz aller Zuversicht zu bezweifeln. Aber auch wir haben schon in ausverkauften Häusern gespielt, haben unsere Alben in guten Studios aufgenommen – und erfreuen uns einem wiedererstarkten Interesse. Insofern kann ich mit dem Stand der Dinge durchaus zufrieden sein.“

Brightest Eyes:
youtube.com/watch?v=FaQqK348Saw

It’s Not Who You Are:
youtube.com/watch?v=d9gCzY1bbdU

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